Dulzian

„Musica alta“ mit Dulzian, Zink, Schalmeien und Posaune, Detail aus „Procession en l’honneur de Notre-Dame du Sablon a Bruxelles le 31 mai“, Denis van Alsloot, 1615/1616.
„Musica alta“ mit Dulzian, Zink, Schalmeien und Posaune, Detail aus „Procession en l’honneur de Notre-Dame du Sablon a Bruxelles le 31 mai“, Denis van Alsloot, 1615/1616.

Der Dulzian wird mit offenem Doppelrohrblatt gespielt und zählt zu den Kort-Instrumenten. Die Bohrung ist konisch, er kann überblasen werden und hat einen Tonumfang von 2½ Oktaven. Der aufwärts führende Teil der Röhre („Bassröhre“) ist in den meisten Fällen länger als der abwärts führende („Diskantröhre“), so dass der „Auslass“ den höchsten Punkt des Instruments bildet. Der Dulzian ist der unmittelbare Vorfahr des Fagotts; bereits zu Praetorius‘ Zeiten waren die Bezeichnungen Dulzian und Fagott weitgehend gleichbedeutend. Heute wird der Unterschied daran festgemacht, dass der Dulzian aus einem Stück besteht (abgesehen vom Endstück und dem Anblasrohr, dem sog. „S-Bogen“), während das Fagott aus mehreren Teilen gefertigt wird, was die Herstellung deutlich vereinfacht, größere Präzision beim Bohren ermöglicht und das Instrument auch leichter transportabel macht. Da der Unterschied nur die Bautechnik betraf und zunächst keine weiteren Änderungen vorgenommen wurden, wurden der „alte“ Dulzian und das „neue“ Fagott noch längere Zeit gleichberechtigt nebeneinander verwendet. Klanglich kommt der Dulzian dem heutigen Fagott sehr nahe. Er entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und wurde in vielen Stimmlagen von Diskant bis Kontrabass gebaut, wobei das Bass-Instrument, bei Praetorius auch als Chorist-Fagott bezeichnet, die bei weitem meistverbreitete Größe war.

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