Cornamuse


Alt- und Bass-Cornamuse
Thormas Morley: Though Philomela lost her love,
Ausführende: Eva Stangler-Alpers, Ulrich Alpers

Cornamuse.
Cornamuse.

Die Cornamuse ist technisch dem Krummhorn sehr ähnlich: Der Ton wird durch ein Doppelrohrblatt in einer Windkapsel erzeugt, die Bohrung ist zylindrisch. Es überrascht daher kaum, dass die beiden Instrumente auch klanglich sehr ähnlich sind. Der Hauptunterschied ist das unübersehbare Fehlen der Krümmung bei der Cornamuse. Bei etwas näherem Hinschauen fällt die Besonderheit der Cornamuse auf: Die Röhre ist am unteren Ende verschlossen; kleine Löcher auf Höhe des Verschlusses sorgen dafür, dass die Luft (und damit auch der Ton) seitlich entweichen kann. Durch diese Einrichtung ist der Ton etwas sanfter und leiser als der des Krummhorns (wobei man sich diesen Dämpfungseffekt nicht allzu stark vorstellen sollte).

Der Name Cornamuse steht im Italienischen (und im Französischen als Cornemuse) eigentlich für einen Dudelsack. Möglicherweise gibt diese Namensgleichheit einen Hinweis auf die Entstehung des Instruments: Jemand kam auf die Idee, die Spielpfeife eines Dudelsacks von diesem abzunehmen, eine Windkapsel draufzusetzen, und fertig war das neue Blasinstrument.

Beschreibung der Cornamusen in Michael Praetorius, Syntagma musicum, Wolfenbüttel, 1619.
Beschreibung der
Cornamusen in Michael
Praetorius, Syntagma
musicum, Wolfenbüttel,
1619.

Genaues weiß man allerdings nicht: Die einzige Beschreibung finden wir bei Praetorius (Syntagma musicum, 1619); sie ist für seine Verhältnisse relativ vage (immerhin war sie für Instrumentenbauer des 20. Jahrhunderts ausreichend, um die ausgestellten Instrumente zu konstruieren), und er liefert keine Abbildung. Weitere Hinweise auf Instrumente dieses Namens gibt es nördlich der Alpen nicht, allenfalls indirekte, etwa auf „gerade Krummhörner“ in einem Inventarverzeichnis in Prag oder „krumme und gerade Hörner“ in einem Dresdener Inventarverzeichnis. Anders liegen die Dinge in Italien, wo Cornamusen in vielen Inventarverzeichnissen und Beschreibungen musikalischer Darbietungen genannt werden. Allerdings ist wegen der Namensgleichheit mit dem Dudelsack manchmal nur zu erraten, ob dieser oder das hier beschriebene Windkapselinstrument gemeint ist.

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