Maultrommel


Maultrommel
Giorgio Mainerio: Ungarescha,
Ausführender: Ulrich Alpers
Musiker mit Maultrommel, Detail aus „Die natürlichen Narren: Gylyme, Pock, Gülschich, Caspar, Hans Wynnter, Guggeryllis“, aus dem Triumphzug Kaiser Maximillians I., Hans Burgkmaier der Ältere, um 1517.
Musiker mit Maultrommel, Detail aus „Die natürlichen Narren: Gylyme, Pock, Gülschich, Caspar, Hans Wynnter, Guggeryllis“, aus dem Triumphzug Kaiser Maximillians I., Hans Burgkmaier der Ältere, um 1517.

Der Urahn dieses sehr alten, fast weltweit verbreiteten Instruments dürfte eine asiatische Bambus-Maultrommel gewesen sein. In Südostasien sind solche Bambus- und Holz-Instrumente noch heute weit verbreitet. In Europa ist die Maultrommel seit dem frühen Mittelalter nachgewiesen.

Ein europäisches Zen­trum der Maultrommelherstellung ist Molln in Oberösterreich, wo sich im 17. Jahr­hundert eine Zunft der Maultrommelmacher etablierte (Handwerksordnung für Maultrommelmacher, 1679); das Spiel auf Maultrommel ist auf der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturguts in Österreich verzeichnet.

Dirk van Baburen, Junge mit Maultrommel (1621).
Dirk van Baburen, Junge mit Maultrommel (1621).

Über die Volksmusik hinaus wurde die Maultrommel vereinzelt auch in der klassischen Musik gebraucht: Johann Georg Albrechtsberger (1736-1809), Lehrer Beethovens, schrieb mehrere Konzerte für Maultrommel und Orchester – wobei hierbei der Spieler während des Stücks schnell zwischen verschieden gestimmten Maultrommeln wechseln muss.