Max von Weinzierl

(eig. Karl Maximilian)

„Max von Weinzierl hat wiederum bewiesen, daß er selbst aus jeglichem Kraut und Unkraut einen hübschen musikalischen Strauß zu binden weiß“. (Vorstellung seiner Polka française „Frei nach Linnée“ (Devisen aus der Pflanzenwelt) in der Zeitschrift „Die Lyra“ vom 1.4.1884).  

*16.9.1841 Bergstadl-Ratiboritz/Böhmen (Ratiborske Hory/CZ)

†10.7.1898 Mödling

Prag: Besuch des Gymnasiums und erster Musikunterricht

1858–60 Praktikant auf einem Gutshof der Familie Schwarzenberg

ab 1860 Piaristengymnasium in Wien

1860-64 Klavier- und Violoncello-Studium am Konservatorium der Stadt Wien und Tätigkeit als Privatlehrer

ab 1868 Dirigent diverser Wiener Männergesangsvereine

um 1881 Gauchormeister des Freien Gauverbandes Wien Kapellmeister am Wiener Ringtheater

1884–92 künstlerischer Leiter der Wiener Singakademie

1893–98 Kapellmeister und Leiter der Chorelevenschule am Raimundtheater

Ab 1880 weilte Weinzierl während der Sommermonate in Mödling, Babenbergergasse 25.
Sein letztes Werk widmete er 1898 dem Mödlinger Männer-Gesangsverein zu dessen 50-jährigem Bestandsjubiläum: „Es zog der Maienwind zu Tal“.
Weinzierl verbrachte die Tage seiner Mödlingaufenthalte mit Vorliebe im Cafe Weisskirchner in der Kaiserin Elisabeth-Straße 19, wo er am 10.Juli 1898 unerwartet verstarb.

Kompositionen:  cirka 340 Werke.

  • Operetten:
    • Don Quixote (1879, gemeinsam mit L. Roth)
    • Die weiblichen Jäger (1880)
    • Page Fritz (1889, gemeinsam mit Alfred Strasser)
    • Der Schwiegerpapa (1893, mit A. Strasser)
  • Possen:
    • Eine verhängnisvolle Urkunde (1876)
    • Lorelei (1880)
    • Der Herr Pomeisl (1897)
  • Volksstücke
    • Verfehmt (1876)
    • Bruder Martin (1895, verfilmt 1954 mit Paul Hörbiger)
    • Glücksnarren (1897)
    • Fechtbrüder (1898)
    • Die Leni (1898)
  • Oratorium Hiob
  • Messen, Lieder und Stücke für Männer-, Frauen- und gemischten Chor

Auszeichnungen und Ehrungen:

  • 1897 Rumänisches Ritterkreuz des Ordens der Krone
  • 1882 Ehrenchormeister des Wiener Sängerbundes
  • Ehrenmitglied des Josefstädter Männergesangsvereins
  • Ehrenmitglied der Wiener Singakademie
  • Gedenktafel am Wohnhaus in Wien 8., Skodagasse
  • Gedenktafel am Sterbehaus in Mödling, Kaiserin Elisabethstraße
  • Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof
Tertis Viola Ensemble, Max von Weinzierl, „Nachtstück“ op. 34