Georg Schönberg

(22.9.1906 – 3.1.1974)

Sohn von Arnold Schönberg und dessen erster Ehefrau, Mathilde von Zemlinsky

„Im Kriege war ich Hilfsarbeiter und schleppte Lasten, Lasten, die meinen Körper gestärkt, aber den Geist geschwächt hatten. Unser Leben fristeten wir gar kläglich. Bald war was da, bald litten wir Not. Meistens wars das Letztere.“

Schule: 1918 bis 1922 Gymnasium Keimgasse in Mödling („Nach der Volksschule besuchte ich das Gymnasium. Es war nur ein Besuch, denn ich fühlte mich dort nie zu Hause“), Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien („Nach dem Gymnasium wurde ich gegen meinen Willen gezwungen die Musikakademie zu besuchen. Lasst mich schweigen über mein Unvermögen, Musik in Töne zu pressen.  Wir überstanden es beide, die Akademie und ich“.)

Beruf: Hilfsarbeiter, Lastwagenfahrer, Nachtwächter, Büroangestellter, Zeitungszusteller, Notenkopist bei Universal Edition. Sein Leben verbrachte er – teils unter elenden Umständen – in Mödling.

Berufung: Theater. Aber: „Sieben Jahre nahm mir der Krieg, Sieben Jahre der Friede. Unersetzliche vierzehn Jahre, mit nichts erfüllt, als mit Sorgen um das Tägliche“.

Kompositionen:

  • Sieben Balladen
  • Verkühle dich täglich (Lied und Foxtrott)
  • 4 Klavierstücke
  • Mein Lebenslauf (Kantate in 11 Teilen)
  • Bläserquartett (Horn, Klarinette, Englischhorn Flöte; Uraufführung 1974 in der Mödlinger Bühne anlässlich des 100. Geburtstages von Arnold Schönberg)
  • Hat der Traunstein einen Hut (Marschlied)

Besonderes: Georg Schönberg war als guter Fußballer in Mödling bekannt und geschätzt. Er war getauft und evangelisch, nach den Nürnberger Rassegesetzen galt er aber als Jude und wurde entsprechend behandelt. Den 2. Weltkrieg überstand er in Mödling nur dank regelmäßiger Interventionen zur Erhaltung seiner Arbeitskraft für seinen Arbeitgeber. 1945 wurde er in Mödling als „Der Retter der Felsenhöhle“ bekannt: Beim Einmarsch der Sowjet-Armee in Mödling nahm er als „Jude und Nicht-Nazi“ Kontakt mit den Soldaten auf und überzeugte sie, dass sich im Bunker in der Vorderbrühl keine Waffen und deutschen Soldaten versteckten, sondern nur Frauen und Kinder befanden. Eine Sprengung des Bunkers mitsamt der geflüchteten Mödlinger wurde so verhindert.