Prof. Erika Schwamberger-Schlemitz

Erika kommt am 3. Jänner 1928 in Mödling als Tochter von Franz und Paula Schwamberger zur Welt. Schon in früher Kindheit zeigt sich ihre musikalische, tänzerische und zeichnerische Begabung.

Sie absolviert die Mittelschule mit Maturaabschluss im Fernunterricht wegen des gleichzeitigen Studiums an der Staatsakademie für Musik und angewandte Kunst. Zu ihren berühmten Lehrern zählen u.a. Toni Birkmeyer, Hanna Berger, Harald Kreutzberg, Riki Raab und Grete Wiesenthal, als deren Assistentin sie bereits ab ihrem 14. Lebensjahr in Erscheinung tritt. Im Jänner 1945 legt Erika die Tanzabschlussprüfung an der Hochschule für Musik, Abteilung Tanz ab.

Zu den Salzburger Festspielen 1948 nimmt Toni Birkmeyer zusätzlich zum Staatsopernballett 4 Tänzerinnen der Hochschule, unter ihnen auch Erika, mit; zweite Teilnahme 1951.

Neusiedlerstaße 44

Dazwischen liegen zwei Italientourneen: Erstere, choreographiert von Dia Luca und Willy Fränzl, führt zunächst in die Schweiz, wird begleitet von starken Protesten der Frauenvereine (1949!) und danach nach Italien, wo italienische Kompanien die ausländische Konkurrenz sabotieren. Totaler Misserfolg und Abbruch der Tournee. Es folgt das Engagement für eine zweite Italientournee als Solistin einer großen Ausstattungsrevue „Wanda Osiris“ – ein großer Erfolg. Nach eigenen Erzählungen bringen beide Tourneen wertvolle Erfahrungen.

Die Ballettmeisterprüfung an der Hochschule für Musik legt Erika Schwamberger im Juni 1951 ab und beginnt im Herbst desselben Jahres mit dem Unterricht in ihrer Ballettschule, zunächst im Saal der Beethoven Musikschule, Neusiedlerstraße 44.

In den Folgejahren gibt sie Auftritte mit eigenen Choreographien in Linz, im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses, im Akademietheater und in der Mödlinger Bühne – hier bereits die alljährlichen Ballettschulaufführungen.

Zum ersten Mal finden im Sommer 1955 auf dem Areal des alten Schwarzbades, Neusiedlerstraße 30, Freiluftgymnastikkurse für Kinder, Mädchen und Erwachsene statt, wo im Herbst desselben Jahres der Bau des neuen Wohnhauses und der Ballettschule unter Verwendung der Grundmauern eines Schwimmbeckens beginnt.

Hauseingang Neusiedlerstraße 30, Detail (Foto: Stangler).

Fertigstellung und Einzug in den Neubau erfolgen ein Jahr später, offiziell wird die Schule am 2. Oktober 1956 eröffnet.

29. Juni 1957 Hochzeit mit Ing. Franz Schlemitz
1959/63/65 Geburt der Kinder Karin, Franz und Erika

 

Einen wichtigen Beitrag zum Kulturleben der Stadt leistet die Lehrerin und Künstlerin durch ihre Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Mödlinger Komponisten, deren Werke bei diversen Aufführungen nach eigenen Choreographien getanzt und von den Komponisten selbst interpretiert werden.
Anzuführen sind hier:

  • Norbert Sprongl:
    • Die liebe Freundin, Groteske Op. 22, Nr. 2
    • Klaviersolo Burleske Op. 22, Nr. 4
    • Wer ist was? Op. 93, Nr. 2
    • Das Plakat
    • Das hüpfende Dorf, Märchenballett nach Schwamberger-Mildner

 

  • Werner Schmid:
    • „Bauerntanz aus der Kantate „Walther von der Vogelweide“
    • Klaviersolo Zwischenspiel aus „Der fahrende Schüler aus dem Paradeis“
    • Die sieben Schwaben, Märchenballett nach Grimm
  • Ebenfalls erwähnt werden soll der Wiener Komponist Walther Nussgruber:
    • Die zertanzten Schuhe, Märchenballett nach Grimm
    • Die Spielzeugschachtel
    • Angst, Ausdrucksstudie

Choreographien ihrer berühmten Lehrer übernimmt Schwamberger und bringt sie, den Möglichkeiten eines Schulbetriebes angepasst, auf die Bühne:

Grete Wiesenthal:

Eine lebenslange Freundschaft und Verehrung verbindet die einstige Schülerin mit ihrer Lehrerin. Ihr Tanzstil, der Klassik und Moderne vereint und mittels besonderer Schwungtechniken den Wiener Walzer interpretiert, wird bis heute an der Schule unterrichtet, auch 2007 in einem Seminar für Ballettlehrer aus München.

Mit der Teilnahme der „Mödlinger Kasperln“ beim großen Faschingsumzug, Eröffnungen und Mitternachtseinlagen bei Ballveranstaltungen in Mödling, einigen Nachbargemeinden und Wien sowie der Mitwirkung bei Veranstaltungen der Beethoven-Musikschule ist die Ballettschule Schwamberger immer wieder in der Öffentlichkeit präsent.

1978 erfolgt die Verleihung des Berufstitels Professor durch den Bundesminister für Unterricht und Kunst Fred Sinowatz.

† 13. August 2011