Sakrale Kunst in den Glaubensgemeinschaften von Mödling

St. Ägidius- oder Spitalkirche

1443–1453 Bau der Kirche östlich anschließend an das ehem. „Bürgerspital“ (nach heutigen Begriffen ein Armen- und Siechenheim). Ursprünglich der Hl. Katharina geweiht, diente die Kirche immer wieder als Pfarrkirche, wenn die Othmarkirche zerstört und unbenützbar war (Türkenkriege).

16. Jahrhundert Die überwiegend protestantische Bevölkerung feiert in der Spitalkirche ihre Gottesdienste.

um 1600: einzig erhaltene Darstellung evangelischer Bürger auf zwei Epitaphen:
1583 Ratsherr und Marktrichter Franz Gueth
nach 1600 Wagner Andre Reiser und Familie

1685 Errichtung des heutigen Dachstuhls

1879 Gründung des Kirchenrestaurierungsvereins

1879–1882 umfangreiche Regotisierung der Kirche:

  • Altar: Entfernung des Barockaltars zu Gunsten eines neugotischen Schnitzaltars und Tabernakels aus dem Grödnertal
  • Fenster: Erneuerung des Maßwerks und Öffnung des Mittelfensters. Die Geldgeber lassen sich verewigen (Bürgermeister Schöffel, Regenhardt-Zappory). Fertigung der Fenster von Innsbrucker Glasmalern.
  • Deckenfresken von den Brüdern Franz (1840–1890) und Karl (1835–1907) Jobst. Sie stehen in der Übergangsphase vom Historismus zum Jugendstil. Ihre Wandmalereien finden sich in zahlreichen Kirchen und Schlössern der Monarchie: u.a. Votivkirche/Wien, Dom/Esztergom, Universität/Czernowitz.

1981 Restaurierung durch den Mödlinger Restaurator Ferdinand Melka (1940–2016)

Errichtung des Volksaltars mit Reliquien der Hl. Katharina und des Hl. Adalbert (Namenspatron des ehem. Pfarrers Adalbert Kowatschitsch).