Sakrale Kunst in den Glaubensgemeinschaften von Mödling

Fleischhauerfahne

Die Fleischhauerinnung in Mödling

1423 gründeten die Herren von Winden in Mödling eine Fleischbank. Insgesamt gab es fünf Fleischläden, die heutige Fleischgasse erinnert daran. Ein Laden verkaufte koscheres Fleisch für die jüdische Bevölkerung. Dahinter befand sich das Innungshaus, genutzt für verschiedene Veranstaltungen.

Noch im 18. Jh. war am Aschermittwoch der „Metzgersprung“ üblich.

1875 wurden unter Bürgermeister Schöffel die alten Fleischbänke aus dem 15. Jahrhundert geschleift und das neue „Haus der Fleischergenossenschaft“ mit dem „Hotel Stadt Mödling“ gegründet.

Fahne der Fleischhauer aus dem Jahr (1782?) 1858

„Dem ehrsamen Mödlinger Fleischhacker Handwerk“

Stilistisch und maltechnisch ist die Malerei dem 19. Jh. zuzuordnen.

Beidseitig bemaltes Fahnenbild

Schauseite: Hl. Nikolaus (Hl. Petrus?), Rückseite: Johannes der Täufer

Konservierung/Restaurierung: Jänner – Mai 2021 durch Brigitte Futscher (Gemälde) und Elisabeth Macho-Biegler (Textil)

Deutung des Gemäldes:
Darstellung des Heiligen nach der jüdischen Tradition:
Brustplatte eines Hohen Priesters, blaue Farbe des Oberkleides, Gürtel, Schächtmesser, Bluttasse zum Auffangen des Blutes, Opferfeuer und rituelles Opfer

Wurde die Fahne von den jüdischen Fleischhauern Mödlings mitbezahlt und die Darstellung des Heiligen mitbestimmt?