Quis dabit capiti meo aquam?

Text: Angelo Poliziano

Quis dabit capiti meo aquam? Quis oculis
meis fontem lacrimarum dabit, ut nocte
fleam, ut luce fleam?
Sic turtur viduus solet, sic cygnus moriens
solet, sic luscinia conqueri. Heu miser, o dolor.
Sopran + Alt: Laurus impetu fulminis illa
iacet subito, laurus omnium celebris
Musarum choris, Nympharum choris.
Baß: Et requiescamus in pace.
Sub cuius patula coma et Phebi lira
blandius insonat et vox blandius insonat.
Nunc muta omnia, nunc surda omnia.
Wer wird meinem Haupt Wasser geben?
Wer meinen Augen eine Quelle der Tränen,
auf daß ich bei Nacht und am Tage weine?
So, wie es die verwitwete Turteltaube tut,
wie es der sterbende Schwan tut, wie die Nachtigall zu klagen pflegt.
Der Lorbeer (lat. laurus, Anspielung auf Lorenzo) liegt nach dem plötzlichen
Blitzschlag da, der Lorbeer, berühmt bei
allen Chören der Musen, allen Chören der Nymphen.
(Baß: Und mögen wir dereinst in Frieden ruhen)
Unter seiner weiten Krone klangen des
Phoebus Lyra und sein Gesang noch lieblicher.
Jetzt ist alles stumm, jetzt ist alles still.

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