{"id":683,"date":"2025-07-12T22:35:43","date_gmt":"2025-07-12T20:35:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/?page_id=683"},"modified":"2025-08-20T12:44:31","modified_gmt":"2025-08-20T10:44:31","slug":"komponisten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/2025-2\/komponisten\/","title":{"rendered":"Komponisten"},"content":{"rendered":"\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-e5d98ecb\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns has-1-columns has-desktop-equal-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-equal-layout has-vertical-unset\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-5e484fd7\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-19808c0f\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion exclusive\">\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Lodovico Balbi<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Lodovico Balbi<\/strong> wurde um 1545 in Venedig geboren. \u00dcber seine Familie ist wenig bekannt, doch schon fr\u00fch trat er in den Minoritenkonvent von <em>Santa Maria Gloriosa dei Frari<\/em> ein, eines der bedeutendsten Kl\u00f6ster Venedigs. Dort begann er seine musikalische Ausbildung und zeigte so gro\u00dfes Talent, dass ihm besondere Freiheiten und F\u00f6rderungen zuteil wurden. Vermutlich studierte er um 1565 bei Costanzo Porta in Padua, Ravenna oder Loreto<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen 1570 und 1578 war Balbi als S\u00e4nger an <em>San Marco<\/em> in Venedig t\u00e4tig. 1578 wurde er zum <em>maestro di cappella<\/em> an der Kirche des Klosters, an dem er seine Ausbildung begonnen hatte, ernannt. In dieser Funk\u00adtion leitete er den Chor, organisierte musikalische Veranstaltungen und pflegte einen regen Aus\u00adtausch mit anderen Musikern. Zeitgen\u00f6ssische Quellen berichten von musikalischen \u201eAkademien\u201c in Balbis Haus und einer umfangreichen Sammlung von Musikinstrumenten, die er besa\u00df<a><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1580 bewarb sich Balbi \u2013 unterst\u00fctzt durch ein Empfehlungsschreiben seines Lehrers Porta \u2013 um die Stelle des Kapellmeisters an der Kathedrale von <em>Padua<\/em>. Hier kam er nicht zum Zuge, wur\u00adde aber 1585 nach einem weiteren Auswahlverfahren zum <em>maestro<\/em> der <em>Cappella Antoniana<\/em> an der Basilika <em>Sant\u2019Antonio<\/em> in <em>Padua<\/em> ernannt. Seine Zeit in Padua war allerdings von Konflikten mit den Chor\u00admit\u00adglie\u00addern gepr\u00e4gt, die zu Disziplinarma\u00dfnahmen f\u00fchrten. 1588 bat er um die Entlassung, da er eine Gehaltserh\u00f6hung w\u00fcnschte, aber keine erhielt, blieb aber bis Ende 1591 im Amt. Danach kehrte er nach Venedig zur\u00fcck und \u00fcbernahm erneut Aufgaben an der Kirche der Frari, wo er vermutlich bis zu seinem Tod 1604 blieb.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Adriano Banchieri<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Adriano Banchieri<\/strong> wurde am 3. September 1568 in <em>Bologna<\/em> geboren. Sein eigentlicher Vorname lautete <em>Tommaso<\/em>. 1587 trat er in den <em>Benediktinerorden<\/em> ein und begann zwei Jahre sp\u00e4ter das Noviziat, wobei er den Namen <em>Adriano<\/em> annahm. Im Kloster erhielt er Kompositions- und Orgelunterricht von <em>Gioseffo Guami<\/em>, einem Sch\u00fcler Willaerts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 1592 war er in verschiedenen Benediktinerkl\u00f6stern Norditaliens als Organist t\u00e4tig, auch einige Zeit in <em>Venedig<\/em>. Daneben komponierte er zahlreiche geistliche und weltliche Werke. Besonderes Augenmerk verdient sein Beitrag zur Entwicklung der <em>Madrigalkom\u00f6die<\/em>, einer im allgemeinen nicht-szenischen Ab\u00adfol\u00adge von Madrigalen, mittels derer eine lustige Geschichte erz\u00e4hlt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daneben war er als Musiktheoretiker und Verfasser von Lehrb\u00fcchern des Orgelspiels t\u00e4tig. Er erkl\u00e4rte die Grundlagen des neuen Stils, der <em>Seconda Pratica<\/em>, er lieferte theoretische Begr\u00fcndungen und An\u00adlei\u00adtun\u00adgen f\u00fcr das <em>Generalbass<\/em>-Spiel auf der Orgel, er brachte die Musik einen Schritt voran auf dem Weg hin zum gleichm\u00e4\u00dfigen Metrum, weg von der text-abh\u00e4ngigen Rhythmik der Renaissance, indem er sich f\u00fcr die durchg\u00e4ngige Verwendung von <em>Taktstrichen<\/em> einsetzte. Zudem bem\u00fchte er sich, spiel- und notations\u00adtech\u00adnische Probleme m\u00f6glichst einfach, \u201eamateur-tauglich\u201c zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In fortgeschrittenem Alter zog er sich ins Kloster <em>San Bernardo<\/em> in Bologna zur\u00fcck. Dort ist er 1634 an einem Schlaganfall gestorben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Giovanni Bassano<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Giovanni Bassano<\/strong> wurde 1558 (nach anderen Angaben 1551\/1552 oder um 1561) geboren, ver\u00admut\u00adlich in <em>Venedig<\/em>. Da der Name Bassano in Venedig und anderswo \u00f6fter auftaucht, hier eine m\u00f6glicher\u00adweise zutreffende \u00dcbersicht der Familie:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Giovannis Vater hie\u00df eigentlich <em>Santo Griti<\/em>, seine Mutter <em>Orsetta Bassano<\/em>. Deren Vater <em>Jeronimo Bassano<\/em> war als <em>Pifferaro<\/em> (Blasmusiker) eine Zeitlang am Hof des Dogen von Venedig angestellt, daneben hatte er wohl einen guten Ruf als <em>Instrumentenbauer<\/em>; Santo \u00fcbernahm das Gesch\u00e4ft und auch gleich den Namen. Er soll es \u00fcbrigens gewesen sein, der den <em>Bassanello<\/em>, das r\u00e4tselhafte, seltsam \u201ebarock\u201c geformte, gerade Rohrblattinstrument erfunden hat (<em>Praetorius<\/em> weist die Erfindung Giovanni zu, aber da d\u00fcrfte er sich geirrt haben). Orsetta hatte 6 Br\u00fcder (das waren also Giovannis Onkel), die alle nach England auswanderten und zur Hofkapelle <em>K\u00f6nig Heinrichs VIII.<\/em> geh\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie man aus der Unklarheit hinsichtlich seines Geburtsjahres ableiten kann, liegt Giovannis Jugend im Dunkeln. Das erste bekannte Datum ist, dass er ab 1576 Instrumentalist (vermutlich Zinkenist) an <em>San Marco<\/em> in <em>Venedig<\/em> war. Binnen kurzer Zeit galt er als bester Zinkenist von ganz Venedig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1585 erschien sein erstes Werk <a><\/a><em>Ricercate, passaggi et cadentie<\/em>, eine Beispielsammlung zur Diminutions\u00adtechnik. Im selben Jahr wurde er neben seinem Wirken als Instrumentalist an der Kapelle von San Marco Lehrer an dem zum Dom geh\u00f6renden Seminar f\u00fcr Instrumentalisten. 1601 stieg er auf zum Leiter der Instrumentalmusik <em>(Capo di istromenti)<\/em> und des Seminars und behielt diese Stellung f\u00fcr den Rest seines Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als f\u00fchrender und leitender Instrumentalist hat er sicherlich zur Entwicklung insbesondere von <em>Gio\u00advanni Gabrielis<\/em> Musik beigetragen und ihn inspiriert; ohne einen Virtuosen wie Bassano h\u00e4tte die <em>Vene\u00adzia\u00adnische Mehrch\u00f6rigkeit<\/em> zu Gabrielis Zeit nicht diesen H\u00f6hepunkt erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den T\u00e4tigkeiten an San Marco leitete Bassano auch noch diverse andere Pfeifergruppen, sei es an Kirchen oder f\u00fcr Auftritte bei Festen etc.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn er gerade mal Zeit hatte, komponierte er auch: Motetten im mehrch\u00f6rigen venezianischen Stil; Bearbeitungen von Motetten und Madrigalen, mit Diminutionen versehen; Canzonetten (die so popul\u00e4r waren, dass im fernen England <em>Thomas Morley<\/em> sie mit englischen Text\u00fcbersetzungen herausbrachte); Instrumentalmusik. Es wird darauf hingewiesen, dass Bassanos Motetten stilistisch sehr eng mit den fr\u00fchen Motetten von <em>Heinrich Sch\u00fctz<\/em> verwandt seien; mit Sicherheit kannte Sch\u00fctz Bassanos Spiel, mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit kannten sie sich; vielleicht haben sie sich gelegentlich beim Wein \u00fcber stilistische Fragen unterhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Giovanni Bassano starb im Sommer 1617.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Francesco Bendusi<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Geburtsdatum von <strong>Francesco Bendusi<\/strong> ist nicht \u00fcberliefert. Nach einigen Quellen stammte er vermutlich aus <em>Siena<\/em>, war aber vor allem in Venedig aktiv, wo er auch um das Jahr 1553 verstarb. Die Tatsache, dass seine wichtigste Sammlung im selben Jahr dort erschien, legt nahe, dass er bis zu seinem Tod in Venedig lebte und wirkte.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Lorenzo Benvenuti<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Wissen \u00fcber <strong>Lorenzo Benvenuti<\/strong> beschr\u00e4nkt sich auf die Tatsache, dass er ein nicht ganz unf\u00e4higer Komponist war und \u00fcber den Tod von <em>Adrian Willaert<\/em> ein Madrigal komponiert hat.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Maddalena Casulana<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mad(d)alena Casulana<\/strong> wurde um 1544 geboren , vielleicht auch 10-15 Jahre fr\u00fcher, vermutlich (der Name legt\u2019s nahe) in <em>Casole d\u2019Elsa<\/em> bei <em>Siena<\/em>, vielleicht aber auch in <em>Vicenza<\/em> \u2013 man wei\u00df so wenig. Unsere Kenntnisse \u00fcber sie haben wir gro\u00dfenteils aus den Widmungen und Vorreden zu ihren Madrigalb\u00fcchern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre musikalische Ausbildung bekam sie \u2013 das ist jetzt tats\u00e4chlich gesichert \u2013 in <em>Florenz<\/em> bei <em>Nicola Vicentino<\/em>, einem bedeutenden Musiktheoretiker und Entwickler mikrotonaler Cembali. Ihre ersten gedruckten Kompositionen, vier Madrigale, erschienen 1566 in einer Anthologie. Zwei Jahre sp\u00e4ter, 1568, schlug sie dann ein neues Kapitel in der europ\u00e4ischen Musikgeschichte auf und publizierte die erste von einer Frau erschaffene Madrigalsammlung. Sie widmete sie ihrer G\u00f6nnerin <em>Isabella de\u2019 Medici<\/em> in Florenz. Ein selbstbewusstes Statement in dieser Widmung lautet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201e&#8230;nicht nur, um Eurer Exzellenz meine Verehrung zu bezeugen, sondern auch, um der Welt (soweit sie mir in diesem Beruf der Musik zuteil wird) den t\u00f6richten Irrtum der M\u00e4nner zu zeigen, die sich f\u00fcr so gro\u00dfe Meister hoher intellektueller Gaben halten, dass [diese Gaben], wie es ihnen scheint, bei Frauen nicht gleicherma\u00dfen verbreitet sein k\u00f6nnen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im selben Jahr wurde ein Werk von Maddalena, <em>Nil mage iucundum<\/em> (leider verschollen), in M\u00fcnchen am Hof von Herzog <em>Albrecht V<\/em>. unter Leitung von keinem Geringeren als <em>Orlando di Lasso<\/em> aufgef\u00fchrt. Ich glaube, das spricht f\u00fcr eine gewisse Wertsch\u00e4tzung ihrer Kompositionen in h\u00f6chsten Kreisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls 1568 \u00fcbersiedelte sie nach Venedig, wo sie sicherlich vorher schon gelegentlich war, weil hier ihr Verleger <em>Gardano<\/em> residierte, von Bedeutung wohl ein \u201ePeters\u201c oder \u201eB\u00e4renreiter\u201c des 16. Jahrhunderts. Einer ihrer Freunde und Sch\u00fcler (obwohl er \u00e4lter war) war <em>Antonio Molino<\/em>., der ihr sein erstes (?) Madrigalbuch widmete und auch mindestens ein Madrigal (<em>\u201eSignora Maddalena poi che sete\u201c<\/em>) direkt \u00fcber sie geschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen von ihrer kompositorischen und lehrenden T\u00e4tigkeit war Maddalena eine ber\u00fchmte Virtuosin auf der Laute; auch hier sehr selbstbewusst auftretend. Im Jahr 1582 beging sie die bis dato unerh\u00f6rte Tat, auf einem Bankett ihren eigenen Gesang auf der Laute zu begleiten. Frauen taten sowas nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maddalena hat weitere Madrigalb\u00fccher in den Jahren 1570, 1583 und 1586 ver\u00f6ffentlicht, alle in Venedig. In den 1580er Jahren begann sie, einen zus\u00e4tzlichen Namen, Mezari oder Mezarti, zu tragen. Es ist davon auszugehen, dass sie geheiratet hat; allerdings ist \u00fcber den Ehemann und die Ehe nichts bekannt. 1591 soll sie zwei B\u00e4nde mit \u201eMadrigali spirituali\u201c herausgebracht haben; diese sind allerdings verschollen. Ob Maddalena das Erscheinen der B\u00e4nde noch erlebt hat, ist nicht gewiss \u2013 \u00fcber ihren Tod ist nichts bekannt; sie d\u00fcrfte um oder vielleicht sogar vor 1590 gestorben sein.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Baldassare Donato<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber die fr\u00fchen Lebensdaten von <strong>Baldassare Donato<\/strong> (auch Donati sowie auch Baldissare oder Baldissera) ist \u2013 wir kennen das ja schon \u2013 nichts bekannt. Vermutlich wurde er zwischen 1525 und 1530 geboren. Die erste urkundliche Erw\u00e4hnung stammt aus dem Jahr 1550, als er als S\u00e4nger an der <em>Capella Marciana<\/em>, dem Chor von <em>San Marco<\/em> unter Leitung des <em>maestro di capella Adrian Willaert<\/em> angestellt war. Seit 1562 war er Gesangslehrer der Chorknaben. Im selben Jahr verstarb Willaert, seine Nachfolge trat <em>Cipriano de Rore<\/em> an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1565 braute sich Unheil zusammen. Cipriano de Rore hatte Venedig nach kurzem Engagement im Vorjahr wieder verlassen, und mit dem Nachfolger <em>Gioseffo Zarlino<\/em>, einem sehr konservativen Musiker, kam Donato mit seinen moderneren Vorstellungen \u00fcberhaupt nicht zurecht. Er wurde wieder zum einfachen S\u00e4nger degradiert und zankte sich die n\u00e4chsten Jahre mit dem Chef herum. H\u00f6hepunkt war, wie man liest, ein \u00f6ffentlicher Streit zwischen den beiden \u2013 ob nur verbal oder auch brachial, ist mir nicht bekannt \u2013 am Markusfest (25.4.) des Jahres 1569.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immerhin hielt er es noch bis 1577 an San Marco unter Zarlino aus; dann nahm er eine Stelle an der <em>Scuola Grande di San Rocco<\/em> an, einer damals ebenfalls sehr feinen Adresse f\u00fcr Musiker, an der ihm nebenbei bemerkt gelegentlich der Maler <em>Tintoretto<\/em> \u00fcber den Weg gelaufen sein d\u00fcrfte, der zu jener Zeit ebenfalls dort t\u00e4tig war.. Allerdings hatte er dort bald Streit mit der Leitung (ich werde das Gef\u00fchl nicht los, dass die Misshelligkeiten an San Marco nicht komplett Zarlino anzulasten waren) und verlie\u00df die Scuola bereit 1580 wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber seine n\u00e4chsten Jahre wissen wir nichts. 1588 aber geschah \u00dcberraschendes \u2013 Donato wurde wieder an San Marco angestellt, und zwar als stellvertretender Kapellmeister unter Zarlino. Ob die beiden sich zwischendurch ausges\u00f6hnt hatten oder seitens der Leitung von San Marco der Wink an Zarlino ergangen war, man w\u00fcnsche das Engagement Donatos, ist, wie so vieles, nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Jahre sp\u00e4ter, 1590, starb Zarlino; Donato hatte es endlich geschafft und wurde Kapellmeister an San Marco. Diesen Posten behielt er bis zu seinem Tod im Juni 1603.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Andrea Gabrieli<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Andrea Gabrieli<\/strong> wurde 1532 oder 1533 in <em>Venedig<\/em> geboren. \u00dcber seine Familie und Jugend ist wenig bekannt. Vermutlich war er Sch\u00fcler von <em>Adrian Willaert<\/em> an <em>San<\/em> <em>Marco<\/em>. In den fr\u00fchen 1550er Jahren k\u00f6nnte er sich in <em>Verona<\/em> aufgehalten haben. Ab 1555 war er Organist in seiner Heimatgemeinde <em>Cannareggio<\/em> im Norden Venedigs. 1557 bewarb er sich um die nach dem Tod von <em>Girolamo Parabosco<\/em> freigewordene Stelle des Zweiten Organisten an San Marco, unterlag aber gegen <em>Claudio Merulo<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber die n\u00e4chsten Jahre ist nichts Genaues bekannt. 1562 war Gabrieli in <em>Deutschland<\/em> und reiste zusammen mit <em>Orlando di Lasso<\/em> im Gefolge des bayerischen <em>Herzogs Albrechts V.<\/em> zur Kr\u00f6nung von <em>Kaiser Maximilian II.<\/em> nach <em>Frankfurt am Main<\/em>. Lasso und Gabrieli verband fortan eine enge Freundschaft, und jeder konnte dem anderen einiges beibringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1566 wurde Merulo zum Ersten Organisten bef\u00f6rdert, die Stelle des Zweiten Organisten war erneut vakant \u2013 und dieses Mal bekam Gabrieli sie. Er blieb zeitlebens an San Marco, lehnte 1574 ein Angebot des bayerischen Hofes ab, nach M\u00fcnchen zu kommen, und wurde nach dem Weggang Merulos 1575 zum Ersten Organisten bef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter seiner Leitung entwickelte sich die von Willaert kommende Mehrch\u00f6rigkeit weiter. Warum soll die Zusammensetzung der Ch\u00f6re von vorn bis hinten gleich sein? Klingt doch vielleicht ganz sch\u00f6n, wenn die H\u00e4lfte vom einen Chor sich irgendwann im St\u00fcck mit der H\u00e4lfte vom anderen zusammentut und die beiden dann mit den beiden anderen H\u00e4lften in \u201eWettstreit\u201c treten. Und warum soll man mit zwei Ch\u00f6ren zufrieden sein, wenn es doch noch mehr Emporen gibt \u2013 hier ein paar Zinken, da ein paar Posaunen, und schon gibt das einen Klang, dass die Leute aus den Latschen kippen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Gabrielis zahlreichen Kompositionen aus allen in Venedig g\u00e4ngigen Genres (Messen, Motetten, Madrigale, Canzonette, Villanelle, diverse Instrumentalmusik) erschien nur ein relativ geringer Teil zu seinen Lebzeiten; der gr\u00f6\u00dfere Teil wurde nach seinem Tod von Giovanni Gabrieli publiziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter seinen Sch\u00fclern sind besonders sein Neffe Giovanni Gabrieli sowie \u2013 wichtig f\u00fcr die Musikgeschichte n\u00f6rdlich der Alpen \u2013 Hans Leo Hassler und Gregor Aichinger zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wissen wir das genaue Sterbedatum von Andrea Gabrieli: Er ist am 30. August 1585 in Venedig verstorben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Giovanni Gabrieli<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Giovanni Gabrieli<\/strong> wurde um 1555 in <strong>Venedig<\/strong> geboren. \u00dcber seine Kindheit und Jugend wissen wir kaum etwas. Es ist davon auszugehen, dass er seine erste Ausbildung von seinem Onkel <em>Andrea Gabrieli<\/em> bekam. Um 1575 ging er nach <em>M\u00fcnchen<\/em>, vielleicht auf Vermittlung des Onkels, um seine Studien bei des\u00adsen Freund <em>Orlando di Lasso<\/em> am Hof von <em>Herzog Albrecht V<\/em>. fortzusetzen. Die Kosten dieses Studien\u00adaufenthalts wurden ganz oder teilweise von der Familie <em>Fugger<\/em> getragen, der er sp\u00e4ter einige Werke widmete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1579 oder 1580 endete Gabrielis Studienzeit in M\u00fcnchen; f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre wissen wir nichts Genau\u00ades \u00fcber seinen Aufenthaltsort und seine T\u00e4tigkeit. M\u00f6glicherweise reiste er herum, um weitere Er\u00adfahrungen zu sammeln und Beziehungen aufzubauen; vielleicht hatte er auch kurze Anstellungen; es k\u00f6nnte auch sein, dass er nach Venedig zur\u00fcckkehrte und in den folgenden Jahren nichts Berich\u00adtens\u00adwertes unternahm; auch Kombinationen dieser Optionen w\u00e4ren m\u00f6glich. Einziges Lebenszeichen war die Ver\u00f6ffentlichung von zwei Madrigalen aus seiner Feder in der Sammlung <em>De floridi virtuosi<\/em> <em>d&#8216; Italia il primo libro de madrigali a quinque voci<\/em> in Venedig im Jahr 1583.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1584 erhielt er eine Anstellung an der <em>Scuola Grande di San Rocco<\/em>, einer reichen und einflussreichen Bruder\u00adschaft in Venedig, eines der musikalischen Zentren neben San Marco. Diese Stellung behielt er bis 1606, als er sie, wohl wegen seines sich verschlechternden Gesundheitszustandes, aufgeben musste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 1584 war er daneben auch noch (fortgeschrittener) Student bei seinem Onkel, zusammen mit <em>Hans Leo Hassler<\/em>, mit dem er zeitlebens befreundet blieb und der als Erster den venezianischen Stil nach Deutsch\u00adland brachte. Gleichfalls im selben Jahr wurde er, sicherlich auch unter Vermittlung des Onkels, welcher Zweiter Organist an San Marco war, Hilfsorganist dortselbst. Ob das eine offizielle Stelle war oder ob Andrea Gabrieli an einer Krankheit litt, die ihn zwang, sich vertreten zu lassen, wei\u00df ich nicht. Ebenfalls 1584 verlie\u00df der Erste Organist, <em>Claudio Merulo<\/em>, Venedig; aber das Standard-Bef\u00f6rderungs-Schema, wonach der Zweite Organist zum neuen Ersten wird, wenn dieser nicht mehr da ist, kam dieses Mal nicht zur Anwendung. Andrea Gabrieli blieb Zweiter Organist, Giovanni einstweilen Hilfs\u00adorganist. Immer noch k\u00f6nnen wir nur spekulieren, dass Andrea bei Merulos Weggang bereits krank war oder man aus anderen Gr\u00fcnden der Meinung war, er werde das Amt nicht ausf\u00fcllen k\u00f6nnen. Im Januar 1585 wurde ein Wettbewerb abgehalten zur Neubesetzung der Stelle des Zweiten Organisten, obwohl Andrea Gabrieli sie noch innehatte. Giovanni gewann diesen Wettbewerb. Man muss sich das wohl als eine verl\u00e4ngerte Einarbeitungszeit vorstellen, denn es gab nat\u00fcrlich nur eine Planstelle eines Zweiten Organisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Andrea Gabrieli im Sommer 1585 starb, wurde Giovanni ganz offiziell zu seinem Nachfolger auf der Stelle des Zweiten Organisten. Neben seinen Dienstverpflichtungen ging er die Aufgabe an, die Werke des Onkels, um deren Ver\u00f6ffentlichung sich dieser gro\u00dfenteils nicht gek\u00fcmmert hatte, heraus\u00adzu\u00adbringen. So ver\u00f6ffentlichte er zwischen 1587 und 1589 vier Ausgaben mit Werken von Andrea Gabrieli, denen er teilweise auch eigene Werke beif\u00fcgte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><s>1591 wurde endlich die Stelle des Ersten Organisten an San Marco wiederbesetzt, n\u00e4mlich mit Gio\u00advan\u00adni Gabrieli.<\/s><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kompositorisch setzte er die Entwicklung der Venezianischen Mehrch\u00f6rigkeit fort, f\u00fcgte \u201emoderne\u201c Elemente wie den <em>Basso continuo<\/em> hinzu, legte bestimmte Instrumentierungen fest, womit er, wenn man so will, einen Beitrag zur Entwicklung des modernen Orchesters lieferte, und gab als einer der Ersten dyna\u00admische Anweisungen, z.B. in der Sonata <em>\u201epian e forte\u201c<\/em> in seiner wohl ber\u00fchmtesten Ausgabe von Vokal- und Instrumentalmusik, den <em>Sacrae Symphoniae<\/em> von 1597.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Giovanni Gabrieli hatte einen hervorragenden Ruf als Lehrer. Gro\u00dfe Komponisten geh\u00f6rten zu seinen Sch\u00fclern, teilweise mit Stipendien von h\u00f6chster (und reichster) Stelle, etwa als einer der Ersten <em>Gregor Aichinger<\/em> mit Unterst\u00fctzung der Fugger, <em>Mogens Peders\u00f8n<\/em> und <em>Hans Nielsen<\/em> auf Kosten des <em>K\u00f6nigs<\/em> <em>Christian IV. von D\u00e4nemark<\/em>, wahrscheinlich <em>Alessandro Grandi<\/em> (Kostentr\u00e4ger unbekannt) und als Letzter und wohl Gr\u00f6\u00dfter <em>Heinrich Sch\u00fctz<\/em>, entsandt von <em>Landgraf Moritz von Hessen<\/em>. Gabrieli bezeichnete Sch\u00fctz in seinem Testament als seinen liebsten Sch\u00fcler und vermachte ihm einen kostbaren Ring. W\u00e4hrend Hassler sozu\u00adsagen Gabrielis Renaissancemusik nach Deutschland gebracht hatte, war es an Sch\u00fctz, seine Barock\u00admusik \u00fcber die Alpen zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Giovanni Gabrieli bereits einige Jahre krank war, so dass zeitweise Stellvertreter an San Marco eingestellt werden mussten, verstarb er, wohl an den Komplikationen, die von Nierensteinen ausgel\u00f6st wurden, am 12. August 1612 in Venedig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1556 wurde Merulo Organist an der Kathedrale in <em>Brescia<\/em>. Nicht schlecht, aber Besseres lockte: Er bewarb sich um die Stelle des Zweiten Organisten an <em>San Marco<\/em> in <em>Venedig<\/em>, was so ungef\u00e4hr der Olymp der Musik zumindest in Norditalien war. Und Merulo war so gut, dass er sich gegen 9 Mitbewerber, darunter z.B. <em>Andrea Gabrieli<\/em>, durchsetzte; 1557 trat er die Organistenstelle an San Marco an.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Claudio Merulo<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Claudio Merulo<\/strong>, eigentlich <em>Claudio Merlotti<\/em>, wurde am 8. April 1533 in <em>Correggio<\/em> (heute in der Region <em>Emilia-Romagna<\/em> gelegen) geboren. Er hatte einen Zwillingsbruder <em>Quirino<\/em>, der aber vermutlich fr\u00fch gestorben ist, denn er taucht nach dem Taufregister in keinerlei Dokumenten mehr auf. Claudio \u201elatinisierte\u201c seinen Namen sp\u00e4ter zu <em>Merulo<\/em> (lat. \u201emerula\u201c bedeutet \u201eAmsel\u201c). \u00dcber seine Ausbildung wei\u00df man nicht viel; ein wichtiger Lehrer war wohl ein franz\u00f6sischer Madrigalkomponist namens <em>Tuttovale Menon<\/em>. Vielerorts wird weiterhin von einem Lehrer <em>Girolamo Donato<\/em> geschrieben, aber ein in der entsprechenden Zeit lebender Musiker dieses Namens ist nicht bekannt. Vieles spricht daf\u00fcr, dass er um 1550 in Venedig bei <em>Adrian Willaert<\/em> studierte. In dieser Zeit soll er sich mit <em>Costanzo Porta<\/em> angefreundet haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1556 wurde Merulo Organist an der Kathedrale in <em>Brescia<\/em>. Nicht schlecht, aber Besseres lockte: Er bewarb sich um die Stelle des Zweiten Organisten an <em>San Marco<\/em> in <em>Venedig<\/em>, was so ungef\u00e4hr der Olymp der Musik zumindest in Norditalien war. Und Merulo war so gut, dass er sich gegen 9 Mitbewerber, darunter z.B. <em>Andrea Gabrieli<\/em>, durchsetzte; 1557 trat er die Organistenstelle an San Marco an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Ersten Organisten, <em>Annibale Padovano<\/em>, und dem Kapellmeister, <em>Adrian Willaert<\/em>, war Merulo an der Weiterentwicklung der mehrch\u00f6rigen Musik beteiligt. Willaert hatte gezeigt, was man mit zwei Vokalch\u00f6ren machen kann; jetzt setzten sich die beiden Organisten an ihre Orgeln und spielten abwechselnd. Wer wei\u00df, ob sie sich erst einmal Chorkompositionen von Willaert vornahmen oder gleich was Instrumentales zu dem Zweck komponierten \u2013 jedenfalls zeigte sich, dass sich das Konzept auch auf Instrumentalmusik \u00fcbertragen lie\u00df, vorausgesetzt, man hatte mehr als eine Orgel und eine entsprechende Anzahl Organisten zur Hand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1566 verlie\u00df Padovano Venedig, Merulo wurde, wie \u00fcblich, zum Ersten Organisten bef\u00f6rdert, endlich kam Andrea Gabrieli als neue Zweiter Organist zum Zug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Merulo arbeitete an San Marco unter 3 Kapellmeistern \u2013 nach Willaerts Tod \u00fcbernahm <em>Cipriano de Rore<\/em> 1563 kurz die Leitung, ihm folgte bereits im n\u00e4chsten Jahr <em>Gioseffo Zarlino<\/em>. Aber auch au\u00dferhalb der Kirche war er nicht unt\u00e4tig. Er trat in den Palazzi \u00f6rtlicher Adeliger bei regelm\u00e4\u00dfigen \u201eMucken\u201c neben anderen Virtuosen auf, er verfasste B\u00fchnenmusik u.a. f\u00fcr St\u00fccke von <em>Lodovico Dolce<\/em>, unseren Haupt-Informanten \u00fcber das Leben seines Freundes <em>Antonio Molino<\/em>, er geh\u00f6rte zu offiziellen Gesandtschaften; und er bet\u00e4tigte sich auch einige Jahre als Verleger, nicht nur eigener Werke, sondern auch von Nachdrucken anderer Komponisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1584, nach fast drei\u00dfigj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit an San Marco, verlie\u00df Merulo Venedig und ging nach <em>Parma<\/em>. Dort wurde er zuerst Hofmusiker am herzoglichen Hof, drei Jahre sp\u00e4ter zus\u00e4tzlich Domorganist und noch vier Jahre sp\u00e4ter Organist an einer weiteren Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb Claudio Merulo am 5. Mai 1604. Er erhielt ein Staatsbegr\u00e4bnis und wurde in der Kathedrale von Parma an der Seite von Cipriano de Rore beigesetzt.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Claudio Monteverdi<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Claudio Monteverdi<\/strong> wurde 1567 in <em>Cremona<\/em> geboren (getauft am 15. Mai 1567). Sein Vater war ein Wund\u00adarzt, Apotheker und Barbier. Die Familie lebte in bescheidenen Verh\u00e4ltnissen, aber <em>Claudio<\/em> und sei\u00adnem Bruder <em>Giulio Cesare<\/em> wurde eine gute musikalische Ausbildung beim Domkapellmeister <em>Marc\u2019\u00adAn\u00adto\u00adnio Ingegneri<\/em> erm\u00f6glicht. Claudio erwies sich als guter Sch\u00fcler; 1582, mit 15 Jahren, ver\u00f6ffentlichte er seine erste Motettensammlung <em>Sacrae cantiunculae<\/em> (Geistliche Ges\u00e4nglein), im folgenden Jahr seine erste Sammlung mit <em>Madrigali spirituali<\/em>, 1587 dann sein erstes \u201eechtes\u201c Madrigalbuch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Begabung blieb nicht unbemerkt. 1590 oder 1591 stellte ihn Herzog <em>Vincenzo I. Gonzaga<\/em> als S\u00e4n\u00adger und Gambist an seiner Hofkapelle in <em>Mantua<\/em> an. In diesem Dienstverh\u00e4ltnis blieb er f\u00fcr die n\u00e4chs\u00adten ungef\u00e4hr 22 Jahre. 1595 begleitete er den Herzog auf seinen ersten Feldzug gegen das osmanische Reich in den S\u00fcden der <em>Pannonischen Tiefebene<\/em> (irgendwo im heutigen Ungarn).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im folgenden Jahr starb Monteverdis Chef, Kapellmeister <em>Giaches de Wert<\/em>; sein Nachfolger wurde zu Mon\u00adte\u00adverdis \u00c4rger <em>Benedetto Pallavicino<\/em>. Dieser stammte auch aus Cremona, war m\u00f6glicherweise eben\u00adfalls Sch\u00fcler von Ingegneri, aber etwa 15 Jahre \u00e4lter als Monteverdi, bekannter, l\u00e4nger in Diensten des Her\u00adzogs \u2013 und sp\u00e4testens jetzt Monteverdis Erzrivale.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es gab auch Erfreuliches \u2013 1599 heiratete Monteverdi die S\u00e4ngerin <em>Clauda Cattanea<\/em>, ebenfalls aus Cre\u00admona stammend. Die beiden hatten zwei S\u00f6hne (<em>Francesco<\/em>, wurde Musiker, und <em>Massimiliano<\/em>, wurde Arzt) und eine Tochter (<em>Leonora<\/em>), die allerdings kurz nach der Geburt starb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgenden Jahre d\u00fcrften nicht immer leicht gewesen sein f\u00fcr Monteverdi: Er war schlicht zu mo\u00addern. Seine Vorliebe f\u00fcr solche barocken Torheiten wie Monodie, Basso continuo, Affekte war schon schlimm genug, aber dass er daf\u00fcr von Fall zu Fall auch die alt\u00fcberkommenen Regeln des Kontra\u00adpunktes \u00fcber die Klinge springen lie\u00df und regelwidrige Dissonanzen einbaute, wurde ihm \u00fcbel\u00adge\u00adnom\u00admen. Insbesondere ein besonders konservativer Theoretiker, <em>Giovanni Maria Artusi<\/em>, ein gl\u00fchender Ver\u00adeh\u00adrer seines Lehrmeisters <em>Gioseffo Zarlino<\/em>, gab ihm 1600 eine Breitseite in Form einer Streitschrift <em>L&#8217;Artusi, overo Delle imperfettioni della moderna musica <\/em>(Artusi oder \u00dcber die Unvollkommenheiten der mo\u00adder\u00adnen Musik). Er lehnte die Bevorzugung der Melodie und des Textes ab, die er absch\u00e4tzig als <em>Seconda Pratica<\/em> (Zweite Praxis) bezeichnet, gegen\u00fcber der <em>Prima Pratica<\/em> (Erste Praxis), der unbedingten Unter\u00adordnung von Text und Melodie unter die Regeln des Kontrapunktes. Monteverdi nahm den Begriff 1605 im Vorwort zu seinem 5. Madrigalbuch auf. Zu einer \u201egro\u00dfen\u201c Antwort auf Artusi mit dem Titel <em>Secon\u00adda Pratica, overo Perfettione della Moderna Musica<\/em> (Die Seconda Pratica oder Die Vollendung der mo\u00adder\u00adnen Musik), deren Abfassung er immer wieder angek\u00fcndigt hatte, kam es leider nicht mehr. \u00dcbri\u00adgens hatte Monteverdi, wie auch viele andere Wegbereiter des neuen Stils, keineswegs die Absicht, die Prima Pratica abzul\u00f6sen \u2013 die Seconda Pratica wurde eher als Erweiterung der M\u00f6glichkeiten betrach\u00adtet, die man z.B. in weltlichen Kompositionen anwendete, w\u00e4hrend man im Geistlichen mehr oder weni\u00adger treu den alten Regeln folgte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Monteverdi war zwar der wichtigste \u201eMotor\u201c der Seconda Pratica, aber die Zeit war einfach reif daf\u00fcr, und so brachten auch andere Komponisten ihre Entwicklung voran, u.a. sein Lehrer <em>Marc&#8217;Antonio Inge\u00adgne\u00adri<\/em>, weiter <em>Cipriano de Rore<\/em>, <em>Jacopo Peri<\/em>, <em>Vincenzo Galilei<\/em> (wie Artusi ein Sch\u00fcler Zarlinos) und andere aus dem Kreis der Florentiner Camerata, in Deutschland <em>Hans Leo Hassler<\/em>, <em>Michael Praetorius<\/em> und <em>Melchior Franck<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck nach Mantua\u2026 Pallavicino war erstens als Kapellmeister gegen\u00fcber dem j\u00fcngeren und ehrgei\u00adzi\u00adgen Monteverdi bevorzugt worden, zweitens stand er der Entwicklung der Seconda Pratica, sagen wir mal, abwartend gegen\u00fcber. Hinzu kamen solche Nickeligkeiten, dass zumindest Monteverdi sich gele\u00adgent\u00adlich herausnahm, die Madrigale des Kollegen zu \u201everbessern\u201c (ob Pallavicino so etwas auch mach\u00adte, dar\u00fcber habe ich verschiedene Angaben gefunden) \u2013 alles in allem nicht gerade ein N\u00e4hrboden f\u00fcr ein ersprie\u00dfliches Arbeitsklima.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1601 starb Pallavicino, und endlich erhielt Monteverdi die ersehnte Kapellmeister-Stelle. In den folgen\u00adden Jahren ver\u00f6ffentlichte er mehrere Madrigalb\u00fccher, die Meisterst\u00fccke im Stil der Seconda Pratica ent\u00adhalten. Musikalische Dramen gab es schon l\u00e4ngst, Monteverdi hatte seinen dramatischen Stil allm\u00e4h\u00adlich perfektioniert \u2013 die Zeit f\u00fcr eine Oper war gekommen. 1606 erhielt er den Auftrag, die Oper <em>L&#8217;Orfeo<\/em> zu schreiben, und im Februar und M\u00e4rz 1607 wurde sie aufgef\u00fchrt; damit war der erste Kulminationspunkt der Seconda Pratica erreicht. (Notiz am Rande: Mittlerweile hatte auch Artusi seinen Frieden mit dem neuen Stil gefunden.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es folgte ein Schicksalsschlag. Monteverdis Frau Claudia erkrankte schwer: Damit sein Vater, der ja in der Heilkunst t\u00e4tig war, sie behandeln konnte, reiste die Familie nach Cremona. Leider waren die schwie\u00adgerv\u00e4terlichen Bem\u00fchungen erfolglos, im September 1607 starb Claudia. Schon wenige Tage sp\u00e4ter fragte man aus Mantua an, wann wohl wieder mit ihm zu rechnen sei. Der n\u00e4chste Opernauftrag f\u00fcr die Oper <em>Arianna<\/em> folgte; allerdings starb im Fr\u00fchjahr 1608 die f\u00fcr die Titelrolle vorgesehene S\u00e4n\u00adgerin an den Pocken. Zu solchen R\u00fcckschl\u00e4gen kam, dass die Gehaltszahlungsmoral des Hofes erheb\u00adlich nachlie\u00df. Zur Erholung begab sich Monteverdi abermals in sein Elternhaus nach Cremona. Von dort ersuchte er brieflich um Entlassung, worauf der Hof z\u00e4hneknirschend einer finanziellen Einigung zustimmte, daf\u00fcr aber erwartete, dass der Maestro sich pronto subito wieder ans Pult begebe. Das tat dieser auch, begann aber gleichzeitig, sich nach einer anderen Besch\u00e4ftigung umzutun. Die <em>Marien-Vesper<\/em> von 1610, <em>Papst Paul V<\/em>. gewidmet, war wohl als eine Art \u201eBewerbungsmappe\u201c f\u00fcr eine An\u00adstel\u00adlung in kirchlichen Diensten gedacht. Die Ausgabe enthielt au\u00dfer der Vesper noch eine 6-stimmige Messe \u00fcber eine Motette von <em>Nicolas Gombert<\/em>, fein s\u00e4uberlich nach den Regeln der Prima Pratica kom\u00adpo\u00adniert, wohingegen die Vesper der Seconda Pratica zuzurechnen ist. Klar, ein potentieller Arbeitgeber sollte sehen, dass Monteverdi alles konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1612 starb Herzog <em>Vincenzo<\/em>. Sein Sohn <em>Francesco<\/em>, der ihm nachfolgte, hatte f\u00fcr Musik nicht viel \u00fcbrig, zumal wenn ein guter und teurer Kapellmeister zu bezahlen war, und verschlankte die Kapelle, wovon auch Monteverdi betroffen war. Zwar machten die Pocken der Regierung des jungen Herzogs noch im selben Jahr ein Ende, aber auch dessen Nachfolger, sein Bruder <em>Ferdinando<\/em>, hatte keine nennenswert andere Sicht der Dinge. So lebte Monteverdi erst mal wieder in seinem Elternhaus in Cremona.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1613 starb der Kapellmeister von San Marco in Venedig, <em>Giulio Cesare Martinengo<\/em>, nach l\u00e4ngerer Krank\u00adheit. Monteverdi bewarb sich um die Nachfolge, und an San Marco \u00fcberlegte man nicht zweimal. Eine gro\u00dfe Aufgabe lag vor dem neuen Kapellmeister; im Zuge der Krankheit Martinengos (und vielleicht auch aufgrund dessen mangelnden Organisationstalents?) war die Kapelle wohl recht verlottert und musste erstmal auf Vordermann gebracht werden, was Disziplin, \u00dcbung und Besetzungsst\u00e4rke anging. Daneben galt es, das Repertoire zu erweitern. Monteverdi gelang es, seine Mannschaft wieder zum Glanz alter Zeiten zur\u00fcckzuf\u00fchren. Hier in Venedig hatte er gro\u00dfe k\u00fcnstlerische Freiheit und verdiente gut. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass er, als Herzog Ferdinando Gonzaga in Mantua seine Mei\u00adnung ge\u00e4ndert und ihn doch gern wieder in seiner Kapelle gehabt h\u00e4tte, dieses Ansinnen h\u00f6flich ab\u00adschl\u00e4\u00adgig beschied, gew\u00fcrzt mit dem Hinweis auf noch ausstehende Zahlungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Ruhm war so gro\u00df, dass er neben Stellenangeboten bis hin nach Warschau auch zahlreiche Kom\u00adpo\u00adsitionsauftr\u00e4ge von ausw\u00e4rts bekam und daf\u00fcr gelegentlich auch \u00fcber Monate vom Dienst freigestellt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1630 begann eine d\u00fcstere Zeit, u.a. grassierte die Pest in Venedig. Das Musikleben wurde stark redu\u00adziert. In dieser Zeit und unter dem Eindruck des Elends lie\u00df sich Monteverdi 1631 zum Diakon und 1632 zum Priester weihen (das Theologiestudium war anscheinend damals keine zwingende Voraus\u00adsetzung daf\u00fcr).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es brachen wieder bessere Zeiten an. 1637 wurde in Venedig das erste \u00f6ffentliche Opernhaus Europas er\u00f6ffnet, das <em>Teatro San Cassiano<\/em>. Monteverdi komponierte einige Opern daf\u00fcr, neben anderen, verschollenen auch <em>Il Ritorno d&#8217;Ulisse in Patria<\/em> (1640) und <em>L&#8217;Incoronazione di Poppea<\/em> (1643). Dar\u00fcber hinaus war er immer noch an San Marco, auch kompositorisch, t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die oben erw\u00e4hnte ausstehende Zahlung aus Mantua besch\u00e4ftigte ihn bis kurz vor seinem Tod. In seinem letzten erhaltenen Brief vom Sommer 1643 bittet er den Dogen um Hilfe in dieser Ange\u00adlegen\u00adheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er erkrankte schwer, machte noch eine kurze Reise nach Cremona und verstarb nach seiner R\u00fcckkehr nach Venedig am 29. November 1643.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Annibale Padovano<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Annibale Padovano<\/strong> wurde 1527 in <em>Padua<\/em> geboren (daher sein Name). \u00dcber seine Jugend und seine musikalische Ausbildung ist nichts bekannt, aber sie muss vorz\u00fcglich gewesen sein, denn bereits in jungen Jahren genoss er einen sehr guten Ruf als Organist. 1552 wurde er als Vertretung f\u00fcr den alternden Organisten <em>Giovanni Armonio<\/em> an den Markusdom berufen \u2013 \u00fcbrigens ein Freund von <em>Antonio Molino<\/em>, mit dem er um 1530 eine musikalische Akademie gegr\u00fcndet hatte \u2013 und noch im selben Jahr zum Ersten Organisten des Doms ernannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Laufe der n\u00e4chsten Jahre erkannte man an San Marco, dass der Posten des Ersten Organisten irgendwie nahelegt, dass es auch einen Zweiten Organisten geben m\u00fcsse, zumal auch eine zweite Orgel vorhanden war. 1557 wurde <em>Claudio Merulo<\/em> auf diesen Posten eingestellt, und es begann eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisten. Sie kamen auf die Idee, es m\u00fcsse doch eigentlich ganz sch\u00f6n klingen und eine tolle Raumwirkung entfalten, wenn man beide Instrumente in einem St\u00fcck abwechselnd einsetzte. Kapellmeister <em>Adrian Willaert<\/em> war beeindruckt und griff die Idee auf. Man k\u00f6nnte ja schlie\u00dflich auch Ch\u00f6re auf die diversen Emporen des Doms stellen und Raumwirkung entfalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So entwickelten Padovano, Merulo und Willaert die mit Recht so genannte <em>Venezianische Mehrch\u00f6rigkeit<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1566 verlie\u00df Padovano Venedig; <em>Erzherzog Karl II.<\/em> berief ihn als Organisten an seinen Hof in <em>Graz<\/em>. Schon im folgenden Jahr wurde er Leiter der Hofmusik, 1570 schlie\u00dflich Hofkapellmeister. Ein H\u00f6hepunkt seiner T\u00e4tigkeit im Dienste des Erzherzogs war im Jahr 1568 seine Mitwirkung bei der musikalischen Gestaltung der prunkvollen Hochzeit von <em>Erbprinz Wilhelm (sp\u00e4ter Herzog Wilhelm V., \u201eder Fromme\u201c)<\/em> mit <em>Renata von Lothringen<\/em> in <em>M\u00fcnchen<\/em>. Zu diesem 18-t\u00e4gigen Mega-Event unter der Gesamtleitung von <em>Orlando di Lasso<\/em> reiste Padovano mit einer 14-k\u00f6pfigen Kapelle an. U.a. wurde dort eine 24-stimmige Messe aus seiner Feder aufgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Padovano blieb im Dienst Karls II. Am 15. M\u00e4rz 1575 starb er in Graz.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Girolamo Parabosco<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Girolamo Parabosco<\/strong> wurde um 1524 in <em>Piacenza<\/em> geboren. Sein Vater war Organist. Vermutlich hat dieser seine grundlegend musikalische Ausbildung \u00fcbernommen. Gesichert ist, dass Parabosco ab 1541 Sch\u00fcler von <em>Adrian Willaert<\/em> an <em>San Marco<\/em> in <em>Venedig<\/em> war. 1546, wohl nach Abschluss seiner Ausbildung, begann er eine Reise durch Norditalien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Abschluss dieser Reise kehrte er zur\u00fcck nach Venedig und wurde 1551 als Erster Organist an San Marco angestellt. Diese Stelle hatte er inne bis zu seinem Lebensende. Er verfasste Madrigale und einige Instrumentalst\u00fccke. Neben dieser kompositorischen T\u00e4tigkeit schrieb er Gedichte und Kom\u00f6dien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Girolamo Parabosco starb am 21. April 1557 in Venedig.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Cipriano de Rore<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Cipriano de Rore<\/strong> wurde 1515 oder 1516 in <em>Ronse<\/em> geboren, einer Stadt in Westflandern (franz\u00f6sich: Renaix, heute im wallonischen Teil Belgiens, etwa 50 km nord\u00f6stlich von Lille). Seine Familie war wohl\u00adhabend. \u00dcber seine Ausbildung und Jugend ist wieder mal nichts bekannt. Aus Anspielungen in einem Madrigal f\u00fcr <em>Margarethe von Parma<\/em> (uneheliche Tochter von <em>Kaiser Karl V<\/em>. und ab 1559 Statthalterin in den Niederlanden) aus dem Jahr 1561 kann man schlie\u00dfen, dass er einmal in ihren Diensten gestanden hat. M\u00f6glicherweise geh\u00f6rte er, als sie sich 1533 nach Italien begab, zu ihrem Gefolge. Belege gibt es nicht; Tatsache ist aber, dass de Rore irgendwann in Italien gelandet ist. Die Forschung geht mit hoher Wahr\u00adscheinlichkeit davon aus, dass er in <em>Venedig<\/em> bei <em>Willaert<\/em> studiert hat, aber auch hier gibt es keine Be\u00adlege. In den Jahren 1542 bis 1545 soll er sich in <em>Brescia<\/em> aufgehalten haben und gelegentlich nach Venedig ge\u00adreist sein, wo 1542 sein erstes Madrigalbuch erschien; dieses war ein gro\u00dfer Erfolg und wurde mehr\u00admals nachgedruckt. Motettenausgaben folgten in den n\u00e4chsten Jahren, auch diese waren so popul\u00e4r, dass es Nachdrucke gab. In dieser Zeit verfasste de Rore auch Huldigungs-Kompositionen an geistliche und weltliche W\u00fcrdentr\u00e4ger, um sich um eine Anstellung zu bewerben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1546 stellte ihn <em>Herzog Ercole II. d&#8217;Este<\/em> in <em>Ferrara<\/em> als Kapellmeister an seiner Hofkapelle an. Es folg\u00adten sehr produktive 12 Jahre \u2013 mehr als die H\u00e4lfte von de Rores Gesamtwerk entstand in dieser Zeit. Neben vielen anderen Machthabern und W\u00fcrdentr\u00e4gern (bis hinauf zu Kaiser Karl V.) bedachte er auch den bayerischen <em>Herzog Albrecht V.<\/em>, u.a. lie\u00df er f\u00fcr diesen eine Prachthandschrift mit 26 Motet\u00adten anfertigen \u2013 der Herzog hatte ein besonderes Faible f\u00fcr de Rores Musik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1558 nahm er Urlaub und reiste nach Flandern, wo nach dem Tod seines Bruders dessen Frau Hilfe bei der Nachlass-Regelung ben\u00f6tigte. Auf dem Weg schaute er schnell in <em>M\u00fcnchen<\/em> bei Herzog Albrecht vor\u00adbei, beaufsichtigte den Fortgang der Arbeiten an der Prachthandschrift und sa\u00df Modell f\u00fcr das Kom\u00adpo\u00adni\u00adstenportrait, das ebenfalls dort hinein sollte. Ende des Jahres war er zur\u00fcck in Ferrara.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber schon im n\u00e4chsten Sommer erhielt er die Nachricht, dass im Zuge von Kriegswirren seine Hei\u00admat\u00adstadt Ronse niedergebrannt worden war und seine Eltern alles verloren hatten. Also machte er sich um\u00adgehend wieder auf nach Flandern. W\u00e4hrend seiner Abwesenheit starb sein Dienstherr, Herzog <em>Erco\u00adle d&#8217;Este<\/em>; sein Nachfolger <em>Alfonso d&#8217;Este<\/em> bevorzugte als Kapellmeister einen alteingesessenen Ferrareser Musi\u00adker gegen\u00fcber dem Ausl\u00e4nder und verl\u00e4ngerte de Rores Anstellung nicht. Dieser sa\u00df jetzt in den Tr\u00fcmmern seiner Heimatstadt und war \u00fcberraschend arbeitslos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er hatte Gl\u00fcck \u2013 <em>Margarethe von Parma<\/em>, gerade zur Statthalterin des spanischen K\u00f6nigs <em>Philipp II<\/em>. in den Niederlanden ernannt, berief ihn an ihren Hof nach <em>Br\u00fcssel<\/em>; ob er sich selbst an sie gewandt hatte oder sie von anderer Seite \u00fcber seine Situation informiert worden war, wei\u00df ich nicht. Margarethe behielt ihn aber nicht lange am Hofe, sondern schickte ihn 1560 weiter zu ihrem Mann, Herzog <em>Ottavio Farnese<\/em>, nach <em>Parma<\/em>. Dort hatte er wieder eine Anstellung, war aber nicht besonders gl\u00fccklich. Jemandem, der die kulturellen Brennpunkte Venedig und Ferrara kannte und sch\u00e4tzte, musste Parma wie ein Pro\u00advinz\u00adnest vorkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als 1562 in Venedig <em>Adrian Willaert<\/em> verstorben war, musste de Rore nicht lange \u00fcberlegen und machte sich auf den Weg, um die Nachfolge anzutreten. Es ist davon auszugehen, dass er nicht der einzige Be\u00adwer\u00adber war \u2013 abgesehen z.B. von Annibale Padovano und Andrea Gabrieli, gro\u00dfen Musikern, die bereits im Dienst von San Marco standen, d\u00fcrfte die Stelle auch von anderswo etliche Interessenten angelockt haben \u2013, aber es sind meines Wissens keine Belege f\u00fcr ein Auswahlverfahren erhalten. Tat\u00adsache ist, de Rore bekam die Stelle und nahm 1563 die Arbeit an San Marco auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ern\u00fcchterung folgte bald. Das Sal\u00e4r war schmaler, als der neue Kapellmeister es sich erhofft hatte, und die Kapelle war seiner Meinung nach desorganisiert. Schon im folgenden Jahr k\u00fcndigte er wieder. Er hatte w\u00e4hrend der Zeit in Venedig Kontakt zum Hof in Parma gehalten, und dort nahm man ihn mit Freuden wieder auf und gab ihm seine alte Stellung wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lange hatte er sie aber nicht inne \u2013 1565 starb Cipriano de Rore 49-j\u00e4hrig in Parma.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Adrian Willart<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Adrian Willaert<\/strong> wurde um 1490 vermutlich in oder bei der flandrischen Stadt <em>Roeselare<\/em> (heute Belgien, ungef\u00e4hr auf halbem Weg zwischen <em>Br\u00fcgge<\/em> und <em>Lille<\/em>) geboren. \u00dcber seine Jugend ist wenig bekannt; was wir wissen, stammt aus Anekdoten, haupts\u00e4chlich von seinem Sch\u00fcler <em>Gioseffo Zarlino<\/em>. Mit etwa 20 Jah\u00adren ging Willaert nach <em>Paris<\/em>, um dort die Rechte zu studieren. Dort traf er allerdings auf <em>Jean Mouton<\/em>, ein Mit\u00adglied der k\u00f6niglichen Kapelle, der ihm nahelegte, lieber Musik zu studieren, und ihn wohl auch selbst unterrichtete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 1511 oder 1512 finden wir Willaert wieder in Flandern, jetzt an der Universit\u00e4t <em>Leuven<\/em>; vermutlich hat er dort seine juristischen Studien fortgesetzt. 1515 reiste er nach <em>Rom<\/em>, traf dort auf <em>Kardinal Ippolito I. d\u2019Este von Ferrara<\/em> und trat in seinen Dienst als Kapellmeister. Aus dieser Zeit gibt es eine nette An\u00adek\u00addote, die Zarlino berichtet, um das Talent Willaerts bereits in jungen Jahren zu betonen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei fast jedem Marienfest pflegte die p\u00e4pstliche Kapelle eine 6-stimmige Motette <em>Verbum bonum et suave<\/em> vom gro\u00dfen <em>Josquin Desprez<\/em> (wie sie glaubten) aufzuf\u00fchren. Willaert h\u00f6rte das St\u00fcck, und es kam ihm sehr bekannt vor. Nach dem Gottesdienst ging er zu den S\u00e4ngern und er\u00f6ffnete ihnen, nichts f\u00fcr ungut, aber die Motette stamme nicht von Meister Josquin, sondern von ihm, Willaert. Die Kapelle, anstatt sich zu freuen, einen so talentierten Musiker vor sich zu haben, dass man sein Werk f\u00fcr das von Josquin halten konnte, packte peinlich ber\u00fchrt die Noten weg und holte sie fortan nie wieder hervor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kardinal war u.a. auch Bischof von <em>Eger<\/em> in Ungarn, wo Willaert die Zeit von 1517\u20131519 verbracht. Anschlie\u00dfend kehrten Kardinal und Kapellmeister nach Rom zur\u00fcck. Der Kardinal starb im folgenden Jahr, Willaert aber arbeitete weiter f\u00fcr die Familie d\u2019Este, Herz\u00f6ge von Ferrara.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1527 bekam Willaert das Amt des Kapellmeisters von <em>San Marco<\/em> angeboten; man liest, der Doge <em>Andrea Gritti<\/em> h\u00f6chstselbst habe sich f\u00fcr ihn eingesetzt. Mit seiner Amts\u00fcbernahme begann der Aufstieg Vene\u00addigs zu einem der wichtigsten musikalischen Zentren Europas. Er baute die etwas heruntergekommene Kapelle zu neuer Gr\u00f6\u00dfe auf, Musiker und hoffnungsvolle Nachwuchstalente aus ganz Italien str\u00f6mten herbei, um dabei zu sein oder beim Meister zu studieren. Zu den ber\u00fchmtesten Sch\u00fclern geh\u00f6ren <em>Cipriano de Rore<\/em>, <em>Gioseffo Zarlino<\/em>, <em>Andrea Gabrieli<\/em> und <em>Girolamo Parabosco<\/em>, die alle sp\u00e4ter als Kapellmeister oder Organisten an San Marco t\u00e4tig waren, au\u00dferdem <em>Costanzo Porta<\/em> und <em>Gioseffo Guami<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann sich ausmalen, wie \u2013 vielleicht w\u00e4hrend einer langweiligen Predigt \u2013 eines Sonntags Willaerts Gedanken schweiften, sein Blick durch den Dom wanderte und irgendwann an den beiden gegen\u00ad\u00fcber\u00adliegenden Emporen mit den Orgeln h\u00e4ngenblieb. \u201eDa m\u00fcsste man mal S\u00e4nger hinstellen und mehr\u00adch\u00f6ri\u00adge Motetten (so etwas gab es prinzipiell schon) von verschiedenen Stellen aus singen lassen, das w\u00e4re sicherlich ein toller Effekt\u201c, wird er sich gedacht haben; gleich am Montag in der n\u00e4chsten Probe wur\u00adde die Kapelle auf die Emporen gescheucht. \u2013 So ungef\u00e4hr stelle ich mir die \u201eInitialz\u00fcndung\u201c des\u00adsen vor, was wir jetzt als Venezianischen Stil kennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1542 nahm Willaert Urlaub, um daheim in Flandern nach dem Rechten zu sehen. In dieser Zeit gab es wieder einmal Krieg zwischen <em>Kaiser Karl V<\/em>. und dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig <em>Franz I.<\/em>, und franz\u00f6sische Trup\u00adpen fielen in Flandern ein; Willaerts Heimatstadt befand sich im Bereich der Kampfhandlungen, es gab also gute Gr\u00fcnde, nachzusehen, wie die Dinge in der Verwandtschaft lagen. Und wenn man schon mal in der Gegend war, konnte man auch gleich bei Meister <em>Susato<\/em> in <em>Antwerpen<\/em> vorbeischauen und eine neue Chanson-Ausgabe eint\u00fcten (sie erschien 1544). Auch 14 Jahre sp\u00e4ter, 1556, als Willaert abermals Hei\u00admat\u00adurlaub beantragte, war die Situation in Flandern angespannt. Mit Frankreich hatte der Kaiser nach abermaligen K\u00e4mpfen gerade einen ziemlich wackeligen Waffenstillstand ausgehandelt. Durch die nach\u00adfolgende Abdankung des Kaisers wurde die Lage in der Grenzregion nicht eben stabiler. Diesmal gab es wohl mehr zu erledigen, Willaert \u00fcberzog seinen Urlaub und kam erst im folgenden Jahr wieder nach Venedig zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seinen letzten Jahren war Willaert krank und er musste sich vertreten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 7. Dezember 1562 verstarb Adrian Willaert in Venedig.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Alvise Willaert <\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alvise Willaert<\/strong> war Neffe von <em>Adrian Willaert<\/em>. Seine Mutter war Adrians Schwester <em>Johanna<\/em>, sein Vater hie\u00df <em>Loonis Harout<\/em>; eigentlich hie\u00df er also <em>Alvise Harout<\/em>. Er verbrachte einige Zeit in Venedig, lebte ver\u00admut\u00adlich im Haus seines Onkels und erhielt m\u00f6glicherweise dort auch Kompositionsunterricht. Es ist davon auszugehen, dass er in Venedig u.a. <em>Antonio Molino<\/em> kennenlernte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gesicherte Fakten sind eine Erw\u00e4hnung in Adrians Testament und die Komposition des Madrigals <em>\u201ePian\u00adza&#8217;l Grego Pueta\u201c<\/em> auf Adrians Tod zu einem Text von Antonio Molino.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Gioseffo Zarlino<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gioseffo Zarlino<\/strong> wurde im Fr\u00fchjahr 1517 in <em>Chioggia<\/em> unweit Venedigs geboren. Er erhielt bei den Franziskanern eine umfassende musikalische Ausbildung und trat sp\u00e4ter auch in den Orden ein. Ab 1536 war er S\u00e4nger an der Kathedrale von Chioggia und drei Jahre sp\u00e4ter wurde er Diakon und erster Organist dortselbst. Im folgenden Jahr wurde er als Priester ordiniert; und wieder ein Jahr sp\u00e4ter, 1541, begab er sich nach Venedig, um bei <em>Adrian Willaert<\/em> zu studieren. Gl\u00fccklicherweise bekam er auch eine Stelle als S\u00e4nger an <em>San Marco<\/em> und behielt diese auch, nachdem Willaert gestorben war, unter dessen Nachfolger <em>Cipriano de Rore<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als dieser bereits nach ungef\u00e4hr einem Jahr ver\u00e4rgert die Leitung niederlegte und Venedig verlie\u00df, schlug die Stunde f\u00fcr Zarlino. Er wurde <em>maestro di capella<\/em>. Diese Stellung behielt er bis zu seinem Tode im Februar 1590. 1583 war ihm das Amt des Bischofs von Chioggia angeboten worden; aber der Senat von Venedig hatte ihn zum Bleiben \u00fcberredet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zarlino war ein m\u00e4\u00dfig produktiver Komponist von Motetten und Madrigalen, von denen \u00fcberdies nicht alles erhalten ist. Sein Stil war sehr konservativ, nach strengen Regeln gesetzte Polyphonie und Kontrapunkt nach alter V\u00e4ter Sitte; von diesem ganzen neumodischen barocken Firlefanz, Monodie, Affekten usw., hielt er nicht viel. Das war wohl einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die Streitigkeiten mit seinem Kollegen und Untergebenen <em>Baldassare Donato<\/em>, der gerade an diesem Firlefanz seine Freude hatte (und vermutlich seinerseits ein ziemlicher Brausekopf war).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine gr\u00f6\u00dfte Bedeutung hatte Zarlino allerdings als Musiktheoretiker. Seine Schriften <em>\u201eIstitutioni harmoniche\u201c (1558)<\/em>, <em>\u201eDimostrationi harmoniche\u201c (1571)<\/em> und <em>\u201eSopplimenti musicali\u201c (1588)<\/em> wurden in ganz Europa rezipiert, wenn auch zunehmend in der Weise, dass man die strengen Regeln zur Kenntnis nahm, um sie lustvoll zu umgehen und etwas Neues zu erschaffen \u2013 Barockmusik.<\/p>\n<\/div><\/details>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":569,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_crdt_document":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"h5ap_radio_sources":[],"footnotes":""},"class_list":["post-683","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=683"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/683\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":865,"href":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/683\/revisions\/865"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}