{"id":211,"date":"2023-07-11T23:17:59","date_gmt":"2023-07-11T21:17:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/?page_id=211"},"modified":"2023-08-14T23:04:30","modified_gmt":"2023-08-14T21:04:30","slug":"komponisten","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/2023-2\/komponisten\/","title":{"rendered":"Komponisten"},"content":{"rendered":"\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-e5d98ecb\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns has-1-columns has-desktop-equal-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-equal-layout has-vertical-unset\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-5e484fd7\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-19808c0f\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion exclusive\">\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Blasius Amon<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Blasius Amon<\/strong> (ein gelegentlich genannter weiterer Vorname <em>Anton<\/em> entstammt wohl der Phantasie eines sp\u00e4teren Biographen) wurde um 1558 in Hall in Tirol geboren. Um 1568 kam er als S\u00e4ngerknabe an die Hofkapelle von Erzherzog Ferdinand II. in Innsbruck. Er erhielt unter den Kapellmeistern <em>Wilhelm Bruneau<\/em> (t\u00e4tig von 1564 bis 1584) und <em>Alexander Utendal<\/em> (t\u00e4tig von 1564 bis 1581) eine gr\u00fcndliche musikalische Ausbildung, die er auf Studienreisen vervollkommnete. Vor allem sein Aufent\u00adhalt in Venedig von 1574 bis 1577 hat dabei in seinem Schaffen Spuren hinterlassen. Er brachte nicht nur die dort \u00fcblichen Modulationen, sondern auch die venezianische Doppelch\u00f6rigkeit in seine Heimat mit.&nbsp; Im Jahre 1582 gab er in Wien sein erstes musikalisches Werk <em>Liber sacratissimarum cantionum selec\u00adtissi\u00admus<\/em> heraus. 1590 erschienen in M\u00fcnchen die <em>Sacrae Cantiones<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blasius Amon war f\u00fcr verschiedene Stifte (Zwettl, Lilienfeld, Heiligenkreuz und Neustift bei Brixen) t\u00e4tig. Er schuf vorwiegend Motetten und Messen. Im Fr\u00fchjahr 1587 trat er in Wien in den Franzis\u00adka\u00adner\u00adorden ein und erhielt vor seinem fr\u00fchen Tod noch die Priesterweihe. Anfang 1590 ist er in Wien ge\u00adstorben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Antonio Bertali<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kommt unser J\u00fcngster:<strong> Antonio Bertali<\/strong> wurde im M\u00e4rz 1605 in <em>Verona<\/em> geboren. Seine musikalische Ausbildung erhielt er in Verona vom Domkapellmeister <em>Stefano Bernardi<\/em> und von einem Violinisten namens <em>Francesco Lauro<\/em>. Bereits ab 1620 spielte er h\u00e4ufig in der <em>Accademia Filarmonica<\/em> von Verona, wo er Anfang 1624 eine feste Anstellung erhielt. Ab April 1625 wechselte er in den kaiser\u00adlichen Dienst als Violinist an die Wiener Hofmusikkapelle. Im Januar 1631 heiratete er in der Hofburgkapelle die Musikerin und Kammer\u00addienerin Maria Toppa (um 1617\u20131666). 1643 erfolgte die Er\u00adnennung zum Vizekapellmeister, im Oktober 1649 zum Hof\u00adkapellmeister. In die\u00adser Funktion hatte er zahlreiche dramatische Wer\u00adke wie Opern und Oratorien zu komponieren. F\u00fcr seine Dienste wurde ihm 1651 eine Belohnung von 3000 Gulden bewilligt. Am 2. M\u00e4rz 1654 erhob der Kaiser ihn in den ritterm\u00e4\u00dfigen Adelsstand. Er starb am 17.\u00a0April 1669 in Wien und wurde in der Wiener Mino\u00adri\u00adten\u00adkirche beigesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bertali komponierte Opern, Oratorien und Instrumentalmusik. Mit seinen Opern trug er ma\u00dfgeblich zur Festigung der italienischen Operntradition in Wien bei. Etwa die H\u00e4lfte seines umfangreichen Wer\u00adkes gilt als verschollen, in den Best\u00e4nden der Wiener Hofbibliothek und in der Bibliothek des Stifts Krems\u00adm\u00fcnster sind noch zahlreiche Autographen und Kopien aus der Hand von Bertalis Zeitgenossen <em>Pavel Josef Vejvanovsk\u00fd<\/em> erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1653 wurde seine erste und gleichzeitig aufsehenerregendste Oper, <em>L\u2019Inganno d\u2019amore<\/em>, beim Reichstag in Regensburg in einem speziell zu diesem Zweck errichteten Theatergeb\u00e4ude vor zahlreichen deutschen F\u00fcrsten und Gesandten aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Arnold von Bruck<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Arnold von Bruck<\/strong> wurde um 1500 in <em>Br\u00fcgge<\/em> (daher sein Name) geboren. Um 1506 wurde er als Kapell\u00adknabe an der Hofkapelle des <em>Herzogs von Bur\u00adgund, Philipp des Sch\u00f6nen<\/em> (Vater von <em>Karl V<\/em>. und <em>Fer\u00addi\u00adnand I<\/em>.) aufgenommen. Als dieser im selben Jahr starb, erbte sein Sohn <em>Karl<\/em> Herzogtum und Ka\u00adpel\u00adle. Mit beidem konnte er sicherlich als Sechsj\u00e4hriger noch nicht so viel an\u00adfan\u00adgen; aber auf jeden Fall be\u00adfan\u00adden sich in dieser Zeit zwei etwa gleich\u00adaltrige Jungs namens Karl und Arnold am Hof der Regentin <em>Margarethe von \u00d6sterreich<\/em> in <em>Mecheln<\/em>, und die Vorstellung, da\u00df die beiden gemeinsam Fu\u00dfball ge\u00adspielt und Streiche ausgeheckt haben k\u00f6nnten, ist einfach zu sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vermutlich blieb Arnold von Bruck etwa bis 1519 am Hof und d\u00fcrfte u.a. bei <em>Pierre de la Rue,<\/em> der der Hof\u00adkapelle ebenfalls angeh\u00f6rte, Unterricht gehabt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1527 soll er in Frankreich die Priesterweihe empfangen haben; im selben Jahr wurde er Kapell\u00admei\u00adster am Hof des <em>Erzherzogs Ferdinand<\/em>, des sp\u00e4teren Kaisers <em>Ferdinand I<\/em>., in Wien als Nachfolger von <em>Heinrich Finck<\/em>. In dieser Stellung verblieb er, bis er 1545 in den Ruhestand ging. Danach hielt er sich noch einige Zeit in Wien auf, war Kaplan an einem der Alt\u00e4re des Stephansdoms und komponierte gelegentlich auch noch. Ab 1548 lebte er in <em>Linz<\/em>, wo er wohlsituiert am 6. Februar 1554 verstorben ist.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Michael des Buissons<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber <strong>Michael des Buissons<\/strong> ist erstaunlich wenig bekannt. Das beginnt schon damit, dass sein Ge\u00adburts\u00adort wahlweise in Budweis oder in Lille verortet wird, was ja doch ein St\u00fcckchen Weges aus\u00adein\u00adan\u00adder\u00adliegt. Gestorben ist er in Innsbruck wohl um 1570, jedenfalls liegen keine Dokumente nach 1569 vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von 1559 bis 1564 war er in Wien an der kaiserlichen Hofkapelle Ferdinands I. t\u00e4tig, von 1564 bis 1569 dann in Prag bzw. ab 1566 in Innsbruck an der Kapelle Erzherzog Ferdinands II.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musikalisch ist seine Unterrepr\u00e4sentiertheit im Weltwissen nicht gerechtfertigt. In der Sammlung <em>Novus Thesaurus Musicus<\/em> von 1568 ist er einer der beiden meistvertretenen Komponisten; auch zahlreiches Vorkommen in anderen Sammelwerken spricht f\u00fcr durchaus gegebene Popularit\u00e4t.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Michael Deiss<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber <strong>Michael Deiss<\/strong> ist sehr wenig bekannt. Er wurde vermutlich um 1552 geboren, war S\u00e4ngerknabe in der Hofkapelle von <em>Kaiser Ferdinand I.<\/em> in <em>Wien<\/em> und \u00fcbersiedelte nach dessen Tod 1564 mit einem Teil der Kapelle nach <em>Graz<\/em> an den Hof von Ferdinands Sohn, <em>Erzherzog Karl II.<\/em> Es kann davon ausgegangen werden, dass er musikalisch hoch begabt war und dass sein Talent in der Kapelle des kunst- und musik\u00adlieben\u00adden Erzherzogs, umgeben von renommierten (gro\u00dfenteils niederl\u00e4ndischen) Musikern zu best\u00adm\u00f6g\u00adlicher Entfaltung kam. Bemerkenswert ist, dass Deiss in der fundamentalen f\u00fcnfb\u00e4ndigen Motet\u00adten\u00adsammlung der \u00f6sterreichischen Hofkomponisten, <em>Novus Thesaurus Musicus<\/em> von 1568, mit 14 Motetten der am dritth\u00e4ufigsten vertretene Komponist ist, wobei er im Erscheinungsjahr der Sammlung gerade mal um die 16 Jahre alt war, zur Zeit der Komposition vermutlich noch j\u00fcnger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dfer den 14 Motetten im <em>Novus Thesaurus Musicus<\/em> ist kein weiteres Werk von Michael Deiss \u00fcberliefert; da er auch in keinerlei zeitgen\u00f6ssischen Aufzeichnungen mehr erw\u00e4hnt wird, weder am erzherzoglichen Hof noch sonstwo, ist zu bef\u00fcrchten, dass er jung verstorben ist.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Alard du Gaucquier<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alard du Gaucquier<\/strong> wurde um 1534 in <em>Lille<\/em> geboren. \u00dcber seine Kindheit, Jugend und Ausbildung ist nichts bekannt. Etwa 1558 trat er als Tenors\u00e4nger in den Dienst von <em>Kaiser Maximilian II<\/em>. in <em>Wien<\/em>. Nach dem Tod von <em>Jacobus Vaet<\/em> 1567 wurde er probehalber Kapellmeister (bzw., wie es das \u00d6sterreichische Musiklexikon ausdr\u00fcckt, Kapellmeisteramtsverwalter); jedoch war sein Chef, Kaiser <em>Maximilian II<\/em>. nicht rundum zufrieden mit ihm und tat sich nach einem Ersatz um, welcher in Gestalt von <em>Philippe de Monte<\/em> auch bald gefunden war. Andererseits war Gaucquier wohl auch nicht ganz so schlecht, denn er erhielt den Posten des Vizekapellmeisters, wurde geadelt und war Musiklehrer von Maximilians S\u00f6hnen <em>Matthias<\/em> und <em>Maximilian<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Tod von Kaiser Maximilian II. 1576 wurde Gaucquier von dessen Sohn und Nachfolger <em>Rudolf II<\/em>. \u00fcbernommen; doch zwei Jahre sp\u00e4ter ersuchte er nach zwanzigj\u00e4hrigen treuen Diensten um Entlassung. Er erhielt eine lebenslange Pension von 100 Gulden j\u00e4hrlich und begab sich in die Niederlande an den <em>Br\u00fcsseler<\/em> Hof seines ehemaligen Sch\u00fclers <em>Matthias<\/em>, der hier gerade ein recht gl\u00fcckloses Amt als Statthalter angetreten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1581 bekam Gaucquier ein Stellenangebot von Erzherzog <em>Ferdinand II<\/em>. in <em>Innsbruck<\/em>. Er verlie\u00df Br\u00fcssel, kam aber nie in Innsbruck an. Von seinem Ableben auf dieser Reise ist auszugehen. Es gibt keine weiteren Dokumente bis zur Gew\u00e4hrung einer Zahlung an seine Witwe im Jahr 1583.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein \u00fcberliefertes Werk bel\u00e4uft sich auf 4 Messen, 8 Magnificats und eine Motette.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Paul Hofhaimer<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Paul Hofhaimer<\/strong> wurde am 25.1.1459 in <em>Radstadt im Pongau<\/em>, <em>Salzburger Land<\/em>, geboren. Seine Familie, der mehrere Organisten in der Region entstammten, d\u00fcrfte f\u00fcr seine musikalische Grundausbildung ge\u00adsorgt haben. Es wird berichtet, das Orgelspiel habe er am Hof von <em>Kaiser Friedrich III<\/em>. gelernt; ver\u00admut\u00adlich ist er als Kapellknabe dorthin gekommen. Wo der Kaiserhof damals residierte, habe ich nicht heraus\u00adfinden k\u00f6nnen \u2013 m\u00f6glicherweise in Friedrichs langj\u00e4hriger Lieblings-Residenz <em>Wiener Neustadt<\/em>, allerdings wandte sich der Kaiser in jener Zeit gerade mehr der Reichspolitik zu und hatte die durchaus nachvollziehbare Idee, der \u00f6stliche Rand des Reiches sei daf\u00fcr nicht der beste Aufenthaltsort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1480 bekam Hofhaimer eine vorl\u00e4ufige Anstellung als Kammerorganist am Hof von <em>Erzherzog Siegmund dem M\u00fcnzreichen<\/em>, einem Vetter des Kaisers; diese vorl\u00e4ufige Anstellung wurde noch im selben Jahr in eine auf Lebenszeit umgewandelt. 1485 erhob Kaiser Friedrich ihn in den Adelsstand und verlieh ihm ein Wappen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1490 musste Siegmund die Herrschaft an K\u00f6nig (sp\u00e4ter Kaiser) <em>Maximilian<\/em> abgeben. Dieser best\u00e4tigte die lebenslange Anstellung Hofhaimers; er war \u00fcberhaupt zeit seines Lebens ein G\u00f6nner Hofhaimers. Des\u00adsen Amt als <em>obrigster Organist<\/em> Maximilians brachte zwar materielle Sicherheit und hohes Ansehen, aber auch das Erfordernis st\u00e4ndiger Begleitung seines Chefs zu Reichstagen und zahlreichen sonstigen Terminen, was Hofhaimer gar nicht sch\u00e4tzte. 1502 zog er mit Erlaubnis Maximilians nach <em>Passau<\/em> \u2013 m\u00f6g\u00adlicherweise war er dann einige Zeit etwas weniger auf Achse. Auf jeden Fall war Hofhaimer 1503 beim legend\u00e4ren Treffen der Hofkapellen <em>Maximilians<\/em> und seines Sohnes, <em>Philipp des Sch\u00f6nen<\/em>, in <em>Augsburg<\/em> und <em>Innsbruck<\/em> dabei. Ab 1506 versp\u00fcrte Maximilian das Bed\u00fcrfnis, seinen Organisten wieder n\u00e4her bei sich zu haben, und dieser \u00fcbersiedelte daraufhin nach Augsburg, der Lieblingsresidenz des K\u00f6nigs. Neben seinen Verpflichtungen am Hof arbeitete er in dieser Zeit an Orgelbauprojekten \u2013 als Orgel\u00adgutachter war er bereits seit Jahrzehnten immer wieder t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juli 1515 wurde im <em>Wiener Stephansdom<\/em> die <em>Wiener Doppelhochzeit<\/em> gefeiert, bei der <em>Maria<\/em>, die neunj\u00e4hrige En\u00adke\u00adlin Maximilians (mittlerweise Kaiser) mit dem gleich\u00adaltrigen <em>Ludwig<\/em>, Sohn des K\u00f6nigs von B\u00f6hmen, Kro\u00adatien und Ungarn verheiratet wurde sowie Ludwigs 12-j\u00e4hrige Schwester <em>Anna<\/em> mit Maximilians ebenfalls 12-j\u00e4hrigem Sohn <em>Ferdinand<\/em> (dem sp\u00e4teren Kaiser), der lei\u00adder beim Fest nicht dabeisein konnte, weshalb Maxi\u00admi\u00adlian stellvertretend die Braut ehelichte. Was tut man nicht alles f\u00fcr das Wohl des Reiches&#8230; Bei dieser Hoch\u00adzeit jedenfalls spielte Hofhaimer die Orgel. Daf\u00fcr erhielt er von Maximilian\u00a0 den Ritterschlag und durfte sich fort\u00adan <em>Paulus Ritter von Hofhaimer<\/em> nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Maximilians Tod 1519 wurde die Hofkapelle auf\u00adge\u00adl\u00f6st. Von Hofhaimer ist in dieser Zeit nur bekannt, dass er zum dritten Mal heiratete und wieder nach Passau zog. 1522 trat er als Domorganist in den Dienst des einflussreichen <em>Erzbischofs Kardinal Matth\u00e4us Lang<\/em> in <em>Salzburg<\/em>. Endlich hatte das Leben auf Reisen ein Ende, das ihm so sehr verhasst war (in einem Brief schrieb er: <em>\u201eIch dannck got, das ich nymmer wye ayn zigeyner umraysen bedorff.\u201c<\/em>). Er heiratete seine vierte Frau und bekam noch drei T\u00f6chter. 1537 ist er in Salzburg verstorben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Christian Janszone Hollander<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Christian Janszone Hollander<\/strong> wurde um 1512 geboren, m\u00f6glicherweise in <em>Dordrecht, Holland<\/em>. Erst\u00admals trat er dokumentiert in Erscheinung im Jahr 1549, als ein <em>Christiaen Janszone, gheseyed de Hollandere<\/em> zum Singmeister der Kirche <em>St. Walburga<\/em> in <em>Oudenaarde in Flandern<\/em> ernannt wurde. 1557 war die Ge\u00admein\u00adde in finanziellen Schwierigkeiten und konnte seinen auslaufenden Vertrag nicht verl\u00e4ngern, so tat er sich nach einer neuen Wirkungsst\u00e4tte um. Diese fand er in <em>Innsbruck<\/em> in der Hofkapelle von <em>Kaiser Fer\u00addi\u00adnand I.<\/em> Wann genau er dort angestellt wurde, ist unsicher \u2013 m\u00f6glicherweise schon 1557; im folgenden Jahr taucht in den kaiserlichen Rechnungsb\u00fcchern ein <em>preceptor der musica aus dem Niderlandt<\/em> auf, noch ein Jahr sp\u00e4ter wird er endlich namentlich in den Akten genannt. Sein Rang bzw. sein Amt in der Kapelle ist gleichfalls unklar: Der namentliche Akteneintrag verzeichnet ihn nur als <em>Capellsinger<\/em>, die nicht na\u00adment\u00adliche Erw\u00e4hnung aus dem Vorjahr bezeichnet ihn als <em>Preceptor<\/em>, also Lehrer. in nach seinem Tod erschienenen Werken nennt der Herausgeber und gute Freund ihn <em>Weiland der aller Durchleuchtigsten Gro\u00df\u00admecht. F\u00fcrsten und Herren etc. Ferdinand des ersten erw\u00f6lten R\u00f6m. Kaisers, etc. Componisten<\/em>, in einem Manuskript der Wiener Hofbibliothek wurde er bezeichnet als <em>Kaiser Ferdinand I. Magister Musices<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hollander blieb in Innsbruck bis zum Tod Ferdinands I. im Jahr 1564. Nach einer Reise in die Nie\u00adder\u00adlan\u00adde fand er im folgenden Jahr Anstellung bei <em>Erzherzog Ferdinand<\/em>, dem Sohn seines vormaligen Dienst\u00adherren, in <em>Prag<\/em>. 1569 ist er nach schwerer Krankheit verstorben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Heinrich Isaac<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Heinrich Isaac<\/strong> (andere Namensformen: Ysaac, Ysac, Ysach; in Italien auch Arrigo il Tedesco [Heinrich der Deutsche] oder Arrigo d&#8217;Ugo [Heinrich, der Sohn von Hugo]) wurde um das Jahr 1450 in Flandern geboren. Abgesehen von der Tatsache, da\u00df sein Vater <em>Hugo<\/em> hie\u00df und im Februar 1489 starb, liegt seine Herkunft im Dunkeln. Auch \u00fcber seine musikalische Ausbildung ist nichts bekannt. Jeden\u00adfalls scheint er um 1484 bereits so ber\u00fchmt gewesen zu sein, da\u00df er das Interesse von <em>Lorenzo de&#8216; Medici<\/em>, ge\u00adnannt <em>Il Magnifico<\/em> (der Pr\u00e4chtige) in <em>Florenz<\/em> weckte, der ihn als S\u00e4nger f\u00fcr den Dom anwarb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das erste sichere Dokument ist ein Zahlungsbeleg vom 15.9.1484, eine Zahlung an <em>Hainrichen ysaac Com\u00adponisten<\/em> am Hof von <em>Siegmund dem M\u00fcnzreichen<\/em>, <em>Herzog von Tirol<\/em>, in <em>Innsbruck<\/em>; vermutlich hielt sich Isaac auf der Durchreise nach Italien einige Zeit dort auf und bet\u00e4tigte sich kompositorisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Lorenzo de&#8216; Medici hatte Isaac ein enges und vertrauensvolles Verh\u00e4ltnis. Er unterrichtete die S\u00f6h\u00adne Lorenzos, darunter <em>Giovanni<\/em>, den sp\u00e4teren <em>Papst Leo X<\/em>., in Musik und schrieb Musik zu einigen von Lo\u00adren\u00adzos Gedichten. Leider kamen die gl\u00fccklichen Zeiten j\u00e4h zum Ende \u2013 im April 1492 starb Lo\u00adren\u00adzo unerwartet, nur 43-j\u00e4hrig. Nach einem kurzen Intermezzo im Dienst von Lorenzos Sohn <em>Piero de&#8216; Medici<\/em> wandte sich Isaac etwa 1495 nach <em>Pisa<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort hielt sich im Herbst 1496 nach einem recht dilettantischen und folgerichtig gescheiterten Versuch, die Franzosen aus Italien zu vertreiben, der r\u00f6misch-deutsche K\u00f6nig und sp\u00e4tere Kaiser <em>Maximilian I<\/em>. auf. Fl\u00e4mische Musiker genossen an F\u00fcrstenh\u00f6fen einen hervorragenden Ruf, und der musikbegeisterte Maxi\u00admilian d\u00fcrfte hocherfreut gewesen sein, einem solchen Musiker ohne Anstellung zu begegnen, und nahm Isaac als Hofkomponisten in seinen Dienst. Umgehend begab dieser sich nach <em>Wien<\/em>. Im April 1497 unterschrieb er in Innsbruck sein Dienstgel\u00f6bnis als <em>Componist und diener<\/em>.&nbsp; In den folgenden Jahren war Isaac im Gefolge Maximilians viel unterwegs in \u00d6sterreich und S\u00fcddeutschland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 1502 lebte er wieder haupts\u00e4chlich in Florenz \u2013 es hatte schon Vorteile, nicht Hofkapellmeister zu sein (als solcher h\u00e4tte er bei K\u00f6nig und Kapelle sein m\u00fcssen), sondern Hofkomponist (komponieren kann man \u00fcberall). Im gleichen Jahr bewarb er sich allerdings um die Leitung der Hofkapelle des Her\u00adzogs <em>Ercole I. d&#8217;Este<\/em> in <em>Ferrara<\/em>. In der engeren Wahl war au\u00dfer ihm auch <em>Josquin Desprez<\/em>. Einer der mit der Auswahl befa\u00dften Agenten, <em>Gian de Artiganova<\/em>, schrieb im September 1502 an den Herzog:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eIch muss Euer Gnaden mitteilen, dass Isaac der S\u00e4nger in Ferrara gewesen ist und eine Motette \u00fcber eine \u201aLa mi la sol la sol la mi\u2018 betitelte Fantasie geschrieben hat; diese ist sehr gut, und er schrieb sie in zwei Tagen. Daraus kann man nur schlie\u00dfen, dass er sehr schnell in der Kunst der Komposition ist; im \u00fcbrigen ist er gut artig und umg\u00e4nglich. &#8230; er hat sich die Zeit von einem Monat f\u00fcr die Antwort ausbedungen, ob er dienen will oder nicht. &#8230; Mir scheint er gut geeignet, Euer Gnaden zu dienen, besser als Josquin, weil er zu seinen Musikern von liebensw\u00fcrdigerem Wesen ist und \u00f6fter neue Werke komponieren will. Dass Josquin besser komponiert, ist richtig, aber er komponiert, wenn er es will, und nicht, wenn man es von ihm erwartet, und er verlangt 200 Dukaten als [Jahres-]Lohn, w\u00e4hrend Isaac f\u00fcr 120 kommen will &#8230;\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Herzog entschied sich dann trotz des schwierigeren Wesens und der deutlich h\u00f6heren Gehalts\u00adforderung f\u00fcr Josquin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im folgenden Jahr, 1503, kam Maximilians Sohn <em>Philipp der Sch\u00f6ne<\/em> aus <em>Burgund<\/em> mit\u00adsamt seiner Hofkapelle unter Leitung von <em>Pierre de la Rue<\/em> in Innsbruck zu Be\u00adsuch. Isaac komponierte zu diesem Anlass die Missa <em>Virgo prudentissima<\/em> und war mit der Wiener Hofkapelle anwesend, des weiteren der Hoforganist <em>Paul Hof\u00adhaimer<\/em> und m\u00f6glicherweise <em>Jacob Obrecht<\/em> auf der Durchreise nach Italien \u2013 ein seltenes \u201eGipfeltreffen\u201c einiger der ber\u00fchmtesten Komponisten ihrer Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von April bis Juli 1507 fand in <em>Konstanz<\/em> ein Reichstag statt, auf dem Maximilian sich u.a. von den Reichsst\u00e4nden (Kurf\u00fcrsten, Landes- und Stadtherren usw.) die \u2013 v. a. finanzielle \u2013 Unterst\u00fctzung f\u00fcr seine Reise nach Rom, um sich dort vom Papst zum Kaiser kr\u00f6nen zu lassen, einholen wollte, ferner f\u00fcr die Zur\u00fcckdr\u00e4ngung der Franzosen aus Italien und schlie\u00dflich f\u00fcr einen Kreuzzug gegen die T\u00fcrken. Mit dabei waren die Hofkapelle mit dem Hofkomponisten Isaac und dem Hoforganisten Hofhaimer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1508 schlug der Wiener Hofkapellmeister und sp\u00e4tere Bischof von Wien, <em>Georg Slatkonia<\/em>, dem Konstanzer Domkapitel vor, Isaac mit der Komposition von Motetten zum Mess-Proprium aller Hauptfeste (d.h. aller Sonntage und was dazwischen so anf\u00e4llt) des Kirchenjahres zu beauftragen. Dieses Werk, sein gr\u00f6\u00dftes, mit dem Titel <em>Choralis Constantinus<\/em> war ein Jahr sp\u00e4ter vollendet. Allerdings hat Isaac den Druck seines Werkes nicht mehr erlebt; sein Sch\u00fcler <em>Ludwig Senfl<\/em> hat die Druckausgabe vorbereitet, aber auch er war schon lange verstorben, ehe es in den Jahren 1550 bis 1555 endlich in N\u00fcrnberg herauskam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1510 verlieh der Kaiserhof Isaac Landg\u00fcter im <em>Val Policella<\/em> bei <em>Verona<\/em>; m\u00f6glicherweise sollten deren Eink\u00fcnfte als Ersatz f\u00fcr bar zu zahlendes Sal\u00e4r dienen. Isaac lebte weiterhin in Florenz und nahm offenbar f\u00fcr den Kaiser beim Haus Medici diplomatische Aufgaben wahr (Isaac sei <em>\u201euns in Florenz nutzer dann an unserm Hof\u201c<\/em>) \u2013 und, wie gesagt, Kompositionen schicken konnte er auch von Florenz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1513 wurde sein fr\u00fcherer Sch\u00fcler <em>Giovanni de&#8216; Medici<\/em>, Sohn von <em>Lorenzo dem Pr\u00e4chtigen<\/em>, zum Papst gew\u00e4hlt und nannte sich <em>Leo X<\/em>. Aus Anla\u00df des Antrittsbesuchs des kaiserlichen Gesandten <em>Matth\u00e4us Lang<\/em> 1513\/14 komponierte Isaac die gro\u00dfe Staatsmotette <em>Optime pastor<\/em>. Der Besuch diente sicherlich auch der Versicherung, da\u00df man in der insgesamt instabilen und wechselhaften politischen Lage zwischen den M\u00e4chten Kaiser, Papst, Venedig und Frankreich (nebst weiteren) auf derselben Seite stand; und wer konnte die Gemeinsamkeit besser betonen als Isaac, der kaiserliche Hofkomponist, der mit dem Papst seit dessen Kindheit pers\u00f6nlich bekannt war? Insofern kann diese Motette, in der das gemeinsame Interesse des Kampfes gegen die T\u00fcrken und andere Feinde (Venedig, Frankreich?) betont wird, auch als diplomatischer Akt verstanden werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Herbst 1516 erkrankte Isaac. Im Dezember machte er sein letztes Testament (das dritte), in dem er der Laienbruderschaft <em>Santa Barbara<\/em>, deren Mitglied er seit 1502 war, ein Verm\u00f6gen hinterlie\u00df, das dem Viertel des Wertes seines Hauses entsprach. Er starb am 26. M\u00e4rz 1507.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Johannes Kugelman<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weder Geburtsdatum noch Geburtsort von <strong>Johannes (Hans) Kugelmann<\/strong> sind bekannt; vermutet wird, er wurde um 1495 in <em>Augsburg<\/em> geboren. Von 1518 bis etwa 1523 geh\u00f6rte er der Hofkapelle <em>Kaiser Maxi\u00admilians I.<\/em> in <em>Innsbruck<\/em> an. Danach diente er f\u00fcr kurze Zeit in <em>Augsburg<\/em> im Hause <em>Fugger<\/em>, ehe er 1524 eine Stelle als Trompeter und Hofkomponist beim preu\u00dfischen <em>Herzog Albrecht<\/em> in <em>K\u00f6nigsberg<\/em> antrat. Ab 1534 wirkte er zus\u00e4tzlich als Kapellmeister der Hofkantorei. In K\u00f6nigsberg war er f\u00fcr den Rest seines Lebens t\u00e4tig, hoch angesehen und wohlhabend. Nach zweij\u00e4hriger Krankheit starb er 1542.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Carl Luython<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Carl Luython<\/strong> wurde 1557 oder 1558 in <em>Antwerpen<\/em> geboren. Im Jahr 1566, also mit 8 oder 9 Jahren, wurde er Chorknabe an der Hofkapelle von Kaiser <em>Maximilian II<\/em>. in <em>Wien<\/em>. Der wesentliche Teil seiner Ausbildung d\u00fcrfte also dort, unter den Leitern <em>Jacobus Vaet<\/em> und <em>Philippe de Monte<\/em> sowie dem Hof\u00adorga\u00adni\u00adsten <em>Walter Formellis<\/em>, stattgefunden haben. 1571, mit Eintritt des Stimmbruchs, erhielt er, wie an Hof\u00adka\u00adpel\u00adlen oft \u00fcblich, ein Stipendium f\u00fcr ein Studium. Daher begab Luython sich von 1571 bis 1575 zu Stu\u00addi\u00adenzwecken nach Italien, \u00fcber diese Zeit ist aber weiter nichts bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der R\u00fcckkehr aus Italien war er wieder an der Hofkapelle t\u00e4tig, seit 1576 als <em>Cammer musicus<\/em>. Nach dem Tod von <em>Maximilian<\/em> im selben Jahr wurde er von dessen Nachfolger <em>Rudolf II.<\/em> \u00fcbernommen, 1582 zuerst zum dritten, dann im selben Jahr zum zweiten Hoforganisten bef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Luython war neben seiner T\u00e4tigkeit als S\u00e4nger und Organist (und etwas sp\u00e4ter auch als Komponist) auch als Orgelsachverst\u00e4ndiger t\u00e4tig. An der Erneuerung der Orgel des <em>Prager Veitsdoms<\/em> 1581\u20131590 war er ma\u00dfgeblich beteiligt. Zwischendurch, im Jahr 1583, zog der kaiserliche Hof mal eben nach <em>Prag<\/em> um, darunter nat\u00fcrlich auch die Hofkapelle. 1596 wurde Luython erster Kapellorganist, nach dem Tod von <em>Philippe de Monte<\/em> 1603 auch noch dessen Nachfolger als Hofkomponist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1611 wurde ihm von Kaiser Rudolf als Anerkennung f\u00fcr 35-j\u00e4hrige treue Dienste eine j\u00e4hrliche Pension von 200 Gulden zugesagt. Die Zusage erwies sich leider als wertlos, denn im folgenden Jahr starb Rudolf, und sein Nachfolger <em>Matthias<\/em> schmiss ohne viel Federlesens einen gro\u00dfen Teil der Hof\u00adka\u00adpel\u00adle einschlie\u00dflich Luython raus; Anfragen nach der versprochenen Pension wurden mit rauhem Ge\u00adl\u00e4ch\u00adter (oder einem kaiserlichen \u00c4quivalent davon) beantwortet. So musste der ehemalige hoch\u00adange\u00adse\u00adhe\u00adne Hofkomponist nach und nach seinen ganzen Besitz ver\u00adkau\u00adfen und starb schlie\u00dflich am 16. August 1620 verarmt in Prag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Carl Luython verfasste \u00fcberwiegend geistliche Vokalmusik (Messen, Motetten) sowie \u2013 als erstes be\u00adkann\u00adtes Werk \u2013 eine Madrigalsammlung.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Orlando di Lasso<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Orlando di Lasso<\/strong> (auch Roland de Lassus) wurde um 1532 in <em>Mons im Hennegau<\/em> (heute Belgien, s\u00fcd\u00adwestlich von Br\u00fcssel) geboren. Als Kind war er Kapellknabe in seiner Heimatstadt und erregte durch sei\u00adne sch\u00f6ne Stimme die Aufmerksamkeit von Anwerbern von adeligen H\u00f6fen, die das Land auf der Suche Nachwuchs f\u00fcr die Kapellen durchstreiften. Es wird berichtet, dass er von solchen Agenten zweimal entf\u00fchrt wurde und von seinen Eltern zur\u00fcckgeholt werden musste. 1544, also mit ungef\u00e4hr 12 Jahren, trat er in den Dienst von <em>Ferrante Gonzaga<\/em>, Vizek\u00f6nig von Sizilien, der zuf\u00e4llig in der Gegend war, und begleitete diesen auf seiner \u00fcber ein Jahr w\u00e4hrende Heimreise nach <em>Palermo<\/em>. Im folgenden Jahr wurde sein Dienstherr in <em>Mailand<\/em> zum Gouverneur ernannt und nahm seine Musiker nat\u00fcrlich mit dort\u00adhin&nbsp; Als Orlando 1549 in den Stimmbruch kam, gab Ferrante ihn in die Obhut eines Bekannten in <em>Neapel<\/em>. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, er kam ganz sch\u00f6n rum in Italien und eignete sich um\u00adfassende musikalische, sprachliche und allgemein \u201egesellschaftliche\u201c Kenntnisse vom Leben bei Ho\u00adfe wie bei den einfachen Leuten an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1553 wurde er Kapellmeister der <em>Cappella Pia<\/em> an der <em>Lateranbasilika<\/em>, der nach dem <em>Petersdom<\/em> zweit-be\u00addeu\u00adtendsten Kirche <em>Roms<\/em>; man geht davon aus, dass bei der Vergabe so eines prestigetr\u00e4chtigen Postens an einen etwa 21-J\u00e4hrigen wohl Vitamin B im Spiel war \u2013 m\u00f6glicherweise hat hier <em>Kardinal Ercole Gon\u00adza\u00adga<\/em>, der Bruder seines ersten Dienstherrn, ein gutes Wort eingelegt. Aber schon ein gutes Jahr sp\u00e4ter verlie\u00df Orlando die Cappella Pia (sein Nachfolger war \u00fcbrigens <em>Giovanni Pierluigi da Palestrina<\/em>), um sich in seine Heimat zu begeben, weil es seinen Eltern schlecht ging. Leider waren sie bei seiner Ankunft bereits verstorben. Er reiste dann zusammen mit einem Freund gleich weiter Richtung England, wo die gro\u00dfe Hochzeit von <em>Prinz Philipp von Spanien<\/em> (dem zuk\u00fcnftigen <em>K\u00f6nig Philipp II<\/em>.) mit <em>Mary Tudor<\/em> (der zu\u00adk\u00fcnf\u00adtigen <em>K\u00f6nigin Mary I.<\/em>) unmittelbar bevorstand. Der Freund, soviel ist bekannt, bekam in England eine Mordanklage an den Hals und musste, um ebendiesen zu retten, bei Nacht und Nebel das Land wie\u00adder verlassen. Ob Orlando mit in England war oder ihn nur bis irgendwo in Frankreich begleitet hat, dar\u00fcber habe ich unterschiedliche Angaben gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">N\u00e4chste, wiederum gesicherte Station auf seinem Lebensweg war dann jedenfalls <em>Antwerpen<\/em>. Hier hielt er es tats\u00e4chlich mal zwei Jahre aus. Dies war eine Stadt nach dem Geschmack eines weltgewandten Mu\u00adsikers \u2013 hier kamen Leute aus aller Herren L\u00e4nder zusammen, darunter sicherlich haufenweise so\u00adwohl Fachkollegen als auch anderweitig interessante Kontakte; und hier residierten renommierte Musik\u00adverleger (u.a. ein besonders renommierter namens <em>Tielman Susato<\/em>) mit denen Orlando alsbald in frucht\u00adbare Gesch\u00e4ftsbeziehungen eintrat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So sch\u00f6n es in Antwerpen auch war, vom Komponieren und Notenverkaufen allein lebt es sich l\u00e4ngst nicht so sch\u00f6n wie als Kapellmeister an einem F\u00fcrstenhof. Mit den Widmungen in seinen Drucken hoff\u00adte er, dass sich einer der Adressaten (im allgemeinen einflussreiche Herrschaften aus dem n\u00e4heren Umkreis von K\u00f6nigen, Herzogen etc.) bei seinem Herrn f\u00fcr ihn verwenden w\u00fcrde. Italien oder Spanien k\u00e4me ihm ganz recht. Leider hatte er mit dieser Methode keinen Erfolg. Aber der Augsburger Kaufmann <em>Johann Jakob Fugger<\/em> wurde auf ihn auf\u00admerk\u00adsam und nutzte seine guten Verbindungen zum Hof des <em>Herzogs Al\u00adbrecht V.<\/em> in <em>M\u00fcnchen<\/em>, um ihn dorthin zu vermitteln; dort konnten sie wohl ge\u00adra\u00adde einen Tenors\u00e4nger brauchen. In dieser Kapelle, die einige Jahrzehnte zuvor von <em>Ludwig Senfl<\/em> aus einer mittelpr\u00e4chtigen Musikantentruppe in ein hochwertiges Ensemble verwandelt worden war, bezog er von Anfang an ein bemerkenswert hohes Gehalt, so dass vermutet wird, dass er neben dem eigentlichen Kapellmeister <em>Ludwig Daser<\/em> auch dessen Aufgaben mit versah. Ihr gegenseitiges Verh\u00e4ltnis war denn auch nicht ganz ungetr\u00fcbt. Ein Grund, warum Daser den Neuank\u00f6mmling Orlando vor die Nase gesetzt be\u00adkam, war wohl, dass er (Daser) deutlich mit dem Protestantismus lieb\u00ad\u00e4ugel\u00adte (und sp\u00e4ter auch konvertierte); damit kam er bei Herzog Albrecht \u00fcberhaupt nicht gut an. Er wurde krank, konnte kaum noch arbeiten, verlie\u00df M\u00fcnchen 1563 und begab sich in evangelische Gefilde, nach <em>Stuttgart<\/em>. Dort ging es ihm wieder besser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben dem Komponieren, dem Unterricht f\u00fcr die Chorknaben und dem Abhalten von Proben mit der Kapelle geh\u00f6rte zu Orlandos Pflichten auch das Herumreisen in Europa zwecks Gewinnung neuer Musi\u00adker. In den ersten Jahren f\u00fchlte er sich allerdings am Hof nicht besonders wohl, er soll sogar er\u00adwogen haben, sich anderswo nach einer Stelle umzutun. Die Arbeitsbedingungen waren nicht ideal; der Herzog verlangte dauernd neue Kompositionen, betrachtete diese aber dann als sein ausschlie\u00dfliches Eigentum und erlaubte dem Komponisten nicht, seine eigenen Werke drucken zu lassen. Aber im Laufe der Zeit verbesserte sich sein Verh\u00e4ltnis zu seinem Dienstherrn, insbesondere als er 1563 offiziell als Dasers Nachfolger Hofkapellmeister wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings bef\u00fcrchtete man bei Hofe immer wieder, ihr Star (und das war Orlando zweifellos) k\u00f6nne sich doch mal eine neue Stelle suchen. Er hatte Kontakte zu H\u00f6fen in ganz Europa, und sein Dienst\u00adherr \u2013 zuerst Albrecht, ab 1579 sein Sohn <em>Wilhelm<\/em> \u2013 sah es nicht gern, wenn mal wieder Briefe aus fernen L\u00e4ndern f\u00fcr den Kapellmeister kamen\u2026 Aber Orlando blieb dem M\u00fcnchner Hof erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1591 erkrankte er (m\u00f6glicherweise hatte er einen Schlaganfall), erholte sich aber wieder und nahm seine Kapellmeister-T\u00e4tigkeit wieder auf, obwohl ihm der Herzog angeboten hatte, in den Ruhestand zu gehen; vielleicht war ihm das Ruhestands-Gehalt zu niedrig. Es gab immer wieder finanziell bedingte Stellenstreichungen in der Hofkapelle, und 1594 stand Orlando selber auf der Streichliste, kam der Entlassung aber zuvor. Nachdem er im Mai noch seine <em>Bu\u00dftr\u00e4nen des Heiligen Petrus<\/em> fertiggestellt hatte, starb er kurz darauf, am 14. Juni 1594.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Stephan Mahu<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Stephan Mahu<\/strong> wurde wohl zwischen 1480 und 1490 vermutlich in Flandern geboren. \u00dcber seinen Namen wissen die Musikhistoriker zu spekulieren, er k\u00f6nne entweder aus dem ungarischen oder slo\u00adwenischen Raum oder aus der Gegend um Lille in Frankreich kommen. Nun ja&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6glicherweise bereits in den fr\u00fchen 1520er Jahren geh\u00f6rte Mahu als S\u00e4nger und Posaunist dem Hof\u00adstaat von <em>Anna von B\u00f6hmen und Ungarn<\/em>, der Gemahlin des <em>Erzherzogs<\/em> und sp\u00e4teren <em>Kaisers<\/em> <em>Ferdinand<\/em> <em>I<\/em>., an. 1528 verpflichtete er sich vertraglich \u2013 gegen ein erheblich gesteigertes Sal\u00e4r \u2013 zu lebenslangem Dienst bei Ferdinand und Anna. (Aus irgendwelchen Gr\u00fcnden traf die erste Zahlung dieses erweiterten Sal\u00e4rs erst im Jahr 1539 ein \u2013 entweder war Mahu ein sehr geduldiger Mensch, oder die Arbeitsbedingungen bei Hofe waren so befriedigend, dass dies f\u00fcr die finanziellen Minderleistungen der Dienstherrschaft hin\u00adreichend entsch\u00e4digte.) Ich habe nicht herausfinden k\u00f6nnen, wo der Hof haupts\u00e4chlich residierte \u2013 wohl in <em>Prag<\/em> \u2013, aber jedenfalls war er wohl in der Zeit zwischen 1529 und 1532 zus\u00e4tzlich auch noch unter <em>Arnold von Bruck<\/em> Vize-Kapellmeister am Hof von <em>Erzherzog Ferdinand<\/em> (dem Sohn des Kaisers Fer\u00addi\u00adnand) in Wien. Diese Stellung hatte er bis 1539 inne, wurde aber noch 1541 als Posaunist dieser Ka\u00adpel\u00adle verzeichnet. Weitere Informationen gibt es nicht, Zeit und Ort seines Todes sind nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant ist, dass Mahu einerseits an h\u00f6chst und strengst katholischen habsburgischen H\u00f6fen ange\u00adstellt war, andererseits aber in Wittenberg bei Georg Rhau (lutherischer geht&#8217;s nicht) nicht nur irgend\u00adwelche S\u00e4tze publizierte, sondern u.a. S\u00e4tze von \u201eEin feste Burg ist unser Gott\u201c (DAS \u201eKampflied\u201c der lutherischen Reformation) und \u201eLobt Gott, ihr Christen alle in deutscher Nation\u201c (ein antipapistisches Schm\u00e4hlied). Anscheinend war er einerseits dem Protestantismus nicht vollkommen abgeneigt und hoff\u00adte andererseits, dass seine Dienstherrschaft keine in Wittenberg, dieser Hochburg des Ketzertums, gedruckten Noten in die Finger kriegen w\u00fcrde, auf denen wom\u00f6glich sein Name stand&#8230;<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Tiburtio Massaino<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tiburtio Massaino<\/strong> (auch Massaini) wurde um 1550 in <em>Cremona<\/em> (Italien) geboren. \u00dcber seine Jugend und Ausbildung ist nichts bekannt. Er war Augustiner-M\u00f6nch in <em>Piacenza<\/em>. Im Jahr 1571 wurde er <em>mae\u00adstro di cappella<\/em> im Kloster <em>Santa Maria des Popolo<\/em> in <em>Rom<\/em>, blieb dort aber nur wenige Jahre. Nach weiteren Stationen in Italien und m\u00f6glicherweise einer Reise nach Konstantinopel wurde er Ende der 1580er Jahre S\u00e4nger und Kapellmeister am Hof des <em>Erzherzogs Ferdinand II.<\/em> in <em>Innsbruck<\/em>. Auch hier war sein Auf\u00adenthalt nicht von langer Dauer, und etwa 1590 finden wir ihn als Kapellmeister am <em>Salzburger<\/em> Hof des <em>Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau<\/em>. Wiederum war seines Bleibens nicht lange: 1591 wurde er we\u00adgen Homosexualit\u00e4t angeklagt und verurteilt und musste nach kurzer Festungshaft \u00fcberst\u00fcrzt Salzburg verlassen. Er begab sich nach <em>Prag<\/em>, wo er <em>Philippe de Monte<\/em> kennenlernte und auf eine Anstellung hoffte \u2013 leider vergeblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Massaino kehrte nach Italien zur\u00fcck und war in Cremona, Piacenza und Lodi t\u00e4tig. 1608 oder 1609 ist er wohl in Piacenza oder Lodi verstorben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Philippe de Monte<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Philippe de Monte<\/strong> (auch di Monte, vermutlich einfach eine Latini\u00adsie\u00adrung oder Italisierung des fl\u00e4mischen Namens <em>van den Berg<\/em> o.dgl.) wurde 1521 in <em>Mecheln<\/em> im heutigen Belgien (zwischen Br\u00fcssel und Antwerpen) geboren. \u00dcber seine Familie ist nichts Genaues bekannt, anscheinend hatte er zwei Geschwister. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt Philippe wohl an der Kathedrale seiner Heimatstadt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 1540 war er in <em>Neapel<\/em> mehrere Jahre als Musiklehrer t\u00e4tig, unter\u00adbrach aber wohl gelegentlich diese T\u00e4tigkeit, um auf Reisen zu gehen. Zwi\u00adschen 1548 und 1556 gibt es Nachweise eines Philippe de Monte als&nbsp; <em>Untervikar<\/em> (<em>petit vicaire<\/em>) an der Kathedrale von <em>Cambrai<\/em> in Nord\u00adfrank\u00adreich, aber es ist nicht gesichert, dass das unser Mann war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1554 erschien de Montes erstes Madrigalbuch in <em>Rom<\/em>. Im gleichen Jahr geh\u00f6rte er zur Kapelle von <em>Prinz Philipp von Spanien<\/em> auf dessen Reise nach England, wo dieser die Tochter von <em>K\u00f6nig Heinrich VIII, Mary Tudor<\/em> (nebenbei bemerkt, seine Tante zweiten Grades) heiratete. Was de Monte betrifft, so ist an dieser Reise nur bemerkenswert, dass er <em>Wil\u00adliam Byrd<\/em> kennenlernte und ihm wohl in Freundschaft verbunden blieb; Jahre sp\u00e4ter widmete er ihm sei\u00adne achtstimmige Motette <em>Super flumina Babylonis<\/em>. Er verlie\u00df die Hofkapelle Philipps II. schon im folgen\u00adden Jahr, 1555, wieder, angeblich weil es ihm zu schaffen machte, dass sie au\u00dfer ihm nur aus Spaniern be\u00adstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">de Monte geno\u00df einen sehr guten Ruf in ganz Italien von Venedig bis Neapel und kam daher, als 1562 in <em>Venedig<\/em> der gro\u00dfe <em>Adrian Willaert<\/em>, Kapellmeister an <em>San Marco<\/em>, starb, in die engere Auswahl als Nach\u00adfolger. Letztlich wurde er es nicht, vielmehr erhielt <em>Cypriano de Rore<\/em> die Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1567 starb, nur 37-j\u00e4hrig, der Hofkapellmeister von Kaiser Maximilian II., <em>Jacobus Vaet<\/em>, in Wien. Nach\u00addem Verhandlungen um seine Nachfolge mit <em>Giovanni Pierluigi da Palestrina<\/em> u.a. an dessen Gehalts\u00advor\u00adstel\u00adlungen gescheitert waren, bekam de Monte 1568 die Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fortan ging es ihm gut. Der Kaiser brachte ihm eine gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung entgegen, in Wien mangelte es nicht an vorz\u00fcglichen Musikern, und seine Dienstverpflichtungen erlaubten ihm eine rege Kom\u00adpo\u00adsi\u00adtions\u00adt\u00e4tigkeit. Ein H\u00f6hepunkt waren die Hochzeitsfeierlichkeiten von Maximilians Bruder <em>Erzherzog Karl II.<\/em> mit <em>Maria Anna von Bayern<\/em> im Jahr 1571, bei denen die Hofkapellen des Herzogs von Bayern (unter <em>Orlando di Lasso<\/em>), von Karl II. (unter <em>Annibale Padovano<\/em>) und Maximilian II. (unter de Monte) zusammentrafen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1572 wurde de Monte von Kaiser Maximilian zum Schatzmeister der Kathedrale von <em>Cambrai<\/em> ernannt, was mit einer Pfr\u00fcnde verbunden war. Leider war das Domkapitel von Cambrai dagegen, und der folgende Rechtsstreit zog sich bis 1578 hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1576 starb Maximilian, und sein Sohn <em>Rudolf II<\/em>. folgte ihm als Kaiser nach. Zu diesem hatte de Monte ein eher gespanntes Verh\u00e4ltnis; ob Rudolf weniger musikbegeistert als sein Vater war oder einfach andere Priorit\u00e4ten setzte oder ob es etwas Pers\u00f6nliches war, ist nicht bekannt. Jedenfalls ersuchte de Monte den Kaiser um seine Entlassung, um sich nach Cambrai zur\u00fcckziehen zu k\u00f6nnen. In einem Brief an <em>Orlando di Lasso<\/em> beklagt er sich, der Kaiser habe mit Spott reagiert und das Gesuch abgelehnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1580 verlegte Kaiser Rudolf den Hof von Wien nach <em>Prag<\/em>; nat\u00fcrlich \u00fcbersiedelte auch der immer noch im Dienst befindliche de Monte. In den folgenden Jahren zog er sich wohl allm\u00e4hlich vom allt\u00e4glichen Gesch\u00e4ft der Kapelle zur\u00fcck, pflegte internationale Kontakte musikalischer und anderer Art (er soll als Berichterstatter \u00fcber politische und sonstige Vorg\u00e4nge am Kaiserhof f\u00fcr norditalienische H\u00f6fe t\u00e4tig gewesen sein), litt im Alter an der Gicht und starb am 4.7.1603 in Prag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Lebzeiten geno\u00df Philippe de Monte europaweit hohes Ansehen; seine Werke, um deren Publikation er sich zumindest in der fr\u00fcheren Zeit selbst nicht sonderlich bem\u00fcht haben soll, waren allgegenw\u00e4rtig. Sein Metier war vor allem die \u201eernste\u201c Musik; neben Messen und Motetten vor allem weltliche und auch geistliche Madrigale, bei denen er es \u2013 auch dank seiner akzentfreien Beherrschung der italie\u00adni\u00adschen Sprache \u2013 zu gro\u00dfer Meisterschaft und einem erheblichen Aussto\u00df von weit \u00fcber 1000 S\u00e4tzen gebracht hat. In sp\u00e4teren Jahren geriet er ein wenig in Vergessenheit, wohl auch, weil sein Auftreten nicht, wie man es z.B. Josquin nachsagt, das eines \u201eRockstars\u201c war und es keine Skandale o.dgl. zu kol\u00adportieren gab. Auch die Ernsthaftigkeit und formale Strenge seiner Werke spielte m\u00f6glicherweise eine Rolle \u2013 alles hohe Qualit\u00e4t, aber kaum ein revolution\u00e4res oder irgendwie hervorstechendes \u201eHighlight\u201c.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Alessandro Orologio<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alessandro Orologio<\/strong>, geboren am 14.1.1555 in Aurava di San Giorgio della Richinvelda, Venetien, hie\u00df eigentlich nach seinem Herkunftsort Alessandro da Aurava. Sein Vater, Pellegrino da Aurava, war ein Uhrmacher, dessen Obliegenheit die Wartung und Reparatur aller Turmuhren im nahegelegenen Udine war. Alessandro war sehr musikinteressiert und erhielt deshalb eine musikalische Ausbildung, wohl zu\u00ads\u00e4tz\u00adlich zu der eines Uhrmachers \u2013 jedenfalls \u00fcbernahm er nach dem Tod seines Vaters 1574 dessen Job an den Turmuhren. Dadurch wurde er bekannt als Alessandro degli Orologi, Alessandro von den Uh\u00adren. Irgendwann passte er dann seinen Namen offiziell an und wurde Alessandro Orologio. In Udine arbeitete er bis 1578.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Lebenslauf von Alessandro Orologio ist recht verwirrend \u2013 reges Reisen und simultane Anstellungen an verschiedenen H\u00f6fen brachten einige Musikhistoriker im 19. und 20. Jahrhundert auf den Gedanken, es k\u00f6nne zwei Komponisten desselben Namens gegeben haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 1582 ist Orologio als Trompeter am Hof von Kaiser Rudolf II. in Prag nachgewiesen, im Jahre 1590 als Mitglied der Kapelle des Kur\u00adf\u00fcr\u00adsten Christian I. von Sachsen in Dresden \u2013 wobei er wohl schon 1589 in Dres\u00adden weilte, weil in diesem Jahr dort sein dem Kurf\u00fcrsten ge\u00adwid\u00adme\u00adtes 2. Madrigalbuch erschien (\u00fcbrigens eines von zwei \u201e2. Madri\u00adgal\u00adb\u00fc\u00adchern\u201c Orologios, was weiter zur Verwirrung um seine Biographie bei\u00adtrug). 1594 wurde die kurf\u00fcrstliche Kapelle verkleinert, dabei scheint auch Oro\u00adlogio seine Stellung verloren zu haben, und er ging nach Kassel an den Hof des Landgrafen Moritz von Hessen. Hier d\u00fcrfte er u.a. die Be\u00adkannt\u00adschaft von John Dowland gemacht haben. Im Zuge der Anstellung hier, d.h. in landgr\u00e4flichem Auf\u00adtrag, reiste er 1595 nach Venedig, um f\u00fcr den Hof Instrumente zu kaufen; und weil er schon mal in Ve\u00adne\u00addig war, lie\u00df er hier gleich sein anderes 2. Madrigalbuch erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sicher gilt, dass Orologio 1597 anl\u00e4sslich der Hochzeit von K\u00f6nig Christian IV. in Kopenhagen weilte. Naheliegenderweise widmete er seine im selben Jahr erscheinenden Intraden dem jungverm\u00e4hlten K\u00f6nig, in dessen Diensten er einige Zeit stand. In k\u00f6niglichem Auftrag begab er sich wieder einmal f\u00fcr 4 Monate nach Italien, um Instrumente zu kaufen und Musiker anzuwerben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der n\u00e4chste nachgewiesene Aufenthalt ist f\u00fcr die Zeit um 1599\/1600 Wolfenb\u00fcttel, wo ihm am Hof des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-L\u00fcneburg vermutlich irgendwann ein junger Organist namens Michael Praetorius \u00fcber den Weg gelaufen ist&#8230; Lange blieb er aber wohl nicht hier, sondern kehrte zur\u00fcck an den kurf\u00fcrstlichen Hof in Dresden. Auch hier war seines Bleibens nicht lange, im Juni 1603 ent\u00adschul\u00addigte er sich mit Leibesschwachheit, dass er nicht mehr in der Lage sei, Zink zu spielen, und sich mit Bedauern von der Hofkapelle verabschieden m\u00fcsse. Welch gl\u00fcckliche F\u00fcgung, dass er bereits im April desselben Jahres zum Vize-Kapellmeister der kaiserlichen Kapelle in Prag ernannt worden war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Amt des Vize-Kapellmeisters in Prag behielt er w\u00e4hrend der n\u00e4chsten 10 Jahre bis zu seiner Pen\u00adsionierung am 31. Oktober 1613. Interessanterweise wurde er im Jahr 1606 immer noch im Dresdner Kapellverzeichnis als Instrumentist gef\u00fchrt. Anscheinend genoss er in Prag so viel Freiheit, dass er hin und wieder in Dresden \u2013 Leibesschw\u00e4che hin oder her \u2013 mitblasen konnte oder wenigstens Unterricht geben oder beratend t\u00e4tig sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Dresden bem\u00fchte man sich nach seiner Pensionierung, Orologio als Organisten zu verpflichten. Er nahm aber, soweit wir wissen, keine Stellung mehr an, lebte haupts\u00e4chlich in Wien, schaute gelegentlich in Venedig vorbei, um neue Noten herauszubringen, ab und zu auch in Steyr und im nahegelegenen Stift Garsten (heute Justizvollzugsanstalt) sowie in M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1633 ist Alessandro Orologio in Wien verstorben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Georg Prenner<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Georg Prenner<\/strong> (auch <em>Brenner, Pyrenaeus<\/em>) wurde um 1517 geboren, \u00e4lteren Quellen zufolge in <em>Salzburg<\/em>, neu\u00adere nennen <em>Laibach<\/em> (heute <em>Ljubljana<\/em> in <em>Slowenien<\/em>) als Geburtsort. Erstmals trat er 1554 aktenkundig in Erscheinung als S\u00e4nger und Kopist an der Kapelle des <em>Erzherzogs Maximilian<\/em> (des sp\u00e4teren <em>Kaisers Maximilian II<\/em>.) in Prag. Sp\u00e4ter war er an diesem Hof Kaplan und Almosenier (mit der Verwaltung des Almo\u00adsenwesens beauftragter Geistlicher, oft zugleich Beichtvater des Dienstherrn, alles in allem ein recht einflussreiches Amt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1572 wurde Prenner Propst am <em>Wiener Dorotheerkloster<\/em>, von 1578 bis 1590 war er Propst des Stifts <em>Herzogenburg<\/em> bei <em>St. P\u00f6lten<\/em>. Am 4. Februar 1590 ist er in Herzogenburg oder in St. P\u00f6lten verstorben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Jacob Regnart<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jacob Regnart<\/strong> wurde vermutlich zwischen 1540 und 1545 in Douai (damals Flandern, heute Frank\u00adreich) geboren. Er entstammte einer Musikerfamilie, auch vier seiner Br\u00fcder waren Komponisten. Nach eigenen Angaben war er seit 1557 Mitglied der Kapelle von Erzherzog (sp\u00e4ter Kaiser) <em>Maximilian II<\/em> in Wien und Prag, wo der Kapellmeister <em>Jacobus Vaet<\/em> sein Lehrer gewesen sein d\u00fcrfte. 1564 erschien in einem Sammeldruck zum ersten Mal eine Komposition aus seiner Feder. Zwei Jahre sp\u00e4ter nahm er anl\u00e4sslich des Reichstags in Augsburg an dem denkw\u00fcrdigen Treffen der M\u00fcnchner, Dresdner und Wie\u00adner Hofkapellen teil. Nach Vaets Tod 1567 schrieb Regnart die Trauermotette <em>Defunctum Charites Vaetem<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im folgenden Jahr ging er f\u00fcr 2 Jahre zum Studieren nach Italien, wo er sich \u00fcberwiegend in Venedig aufhielt. Nach seiner R\u00fcckkehr 1570 wurde er zum <em>Praeceptor<\/em> (Lehrer) der Kapellknaben bef\u00f6rdert. Die Ausgabe <em>Primo libro delle canzone italiane<\/em>, ein Resultat seiner italienischen Studien, bildete den Auftakt reger Publikationst\u00e4tigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Tod Maximilians 1576 wurde Regnart von dessen Nachfolger <em>Rudolf II<\/em>. \u00fcbernommen und 1579 als Nachfolger von <em>Alard du Gaucquier<\/em> zum Vize-Kapellmeister ernannt. 1580 schlug <em>Orlando di Las\u00adso<\/em> ihn als Nachfolger f\u00fcr <em>Antonio Scandello<\/em> als Kapellmeister der Dresdner Hofkapelle vor; wie auch <em>Alexander Utendal<\/em>, dem die Stelle ebenfalls angeboten worden war, lehnte Regnart ab. Anscheinend wa\u00adren die Habsburger die besseren Arbeitgeber&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1582 warb <em>Erzherzog Ferdinand II.<\/em> ihn f\u00fcr seine <em>Innsbrucker<\/em> Kapelle ab, ein attraktives Ensemble, besetzt mit vielen Italienern und Niederl\u00e4ndern, das angesichts des allm\u00e4hlichen Wandels des vorherrschenden Stils weg von den niederl\u00e4ndischen hin zu den italienischen Komponisten, zudem wegen der N\u00e4he Inns\u00adbrucks nach Italien Regnart durchaus ansprach. Eine geplante Erhebung des Komponisten in den Adelsstand musste 1595 wegen des Todes Ferdinands abgesagt werden, wurde aber im folgenden Jahr durch den Statthalter <em>Matthias<\/em> nachgeholt. Abgesehen von dieser Verschiebung bedeutete der Tod Fer\u00addi\u00adnands das Ende der Hofkapelle; Regnart war also arbeitslos. Das traf ihn aber sicherlich weniger als die meisten seiner Kollegen, er war recht wohlhabend und besa\u00df ein Haus in Innsbruck, stand also nicht vor dem Ruin. Ende des Jahres 1596 \u00fcbersiedelte er wieder nach <em>Prag<\/em> und wurde an der kaiser\u00adli\u00adchen Hofkapelle Vize-Kapellmeister unter <em>Philippe de Monte<\/em>. 1599 ist er in Prag verstorben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Witwe, Tochter eines Musikers der M\u00fcnchner Hofkapelle, kehrte nach M\u00fcnchen zur\u00fcck und war eini\u00adge Zeit damit besch\u00e4ftigt, etliche hinterlassene Werke ihres Mannes herauszugeben, 3 B\u00e4nde mit Mes\u00adsen und eine Motettensammlung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regnarts Werk ist umfangreich, sowohl an geistlichen (Messen, Motetten) als auch an weltlichen Kom\u00adpo\u00adsitionen. Hier ragen besonders die 3 B\u00e4nde mit <em>Kurtzweiligen teutschen Liedern<\/em> zu 3 Stimmen heraus, die eine au\u00dferordentliche Popularit\u00e4t erreichten. Interessant ist eine 9-stimmige Motette, die als Schau\u00adspiel\u00admusik zu einem geistlichen Schauspiel von Ferdinand II. aufgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Francesco Rovigo<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Francesco Rovigo<\/strong> wurde um 1541 vermutlich in <em>Mantua<\/em> geboren. Anscheinend war er am dortigen her\u00adzoglichen Hof so hoch angesehen, dass er ab 1570 von <em>Herzog Guglielmo Gonzaga<\/em> ein Stipendium f\u00fcr ein Studium in <em>Venedig<\/em> erhielt. Ab 1573 lebte er wieder in Mantua und hatte ab 1577 dort eine feste An\u00adstel\u00adlung als Organist an der herzoglichen Kapelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1582 wurde Rovigo f\u00fcr ein f\u00fcrstliches Sal\u00e4r als Organist am Hof von <em>Erzherzog Karl<\/em> in <em>Graz<\/em> angestellt; neben dem Orgelspiel oblag ihm die Musikerziehung der Kinder des Erzherzogs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Tod des Erzherzogs 1590 kehrte er nach Mantua zur\u00fcck und nahm sein Organistenamt an der herzoglichen Kapelle wieder auf. Mittlerweile regierte hier <em>Vincenzo Gonzaga<\/em>, der Sohn von Guglielmo. Er ernannte Rovigo kurz nach seiner R\u00fcckkehr zum Hofkomponisten. Von seinem Kol\u00adle\u00adgen in der Mantuaner Hofkapelle, <em>Claudio Monteverdi<\/em>, ist bekannt, dass er ihn hoch sch\u00e4tzte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 7. Oktober 1597 starb Francesco Rovigo in Mantua.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Pierre de la Rue<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pierre de la Rue<\/strong> (Namensvarianten: u.a. <em>Pierchon<\/em>, <em>Petrus de Vico<\/em>, <em>Petrus Platensis<\/em>) wurde zwischen 1460 und 1470 geboren, vermutlich in <em>Tournai<\/em> in Burgund (heute Belgien). Die zeitweise vermutete Identit\u00e4t mit einem 1452 geborenen Musiker namens <em>Peter vander Straten<\/em> gilt heute als widerlegt. Seine Ausbildung er\u00adhielt de la Rue wohl an der Kathedrale <em>Notre Dame<\/em> in seiner Heimatstadt. N\u00e4heres \u00fcber seine Jugend ist nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Belegt ist seine Zugeh\u00f6rigkeit zur burgundischen Hofkapelle in <em>Mecheln<\/em> seit 1492, zun\u00e4chst unter Her\u00adzog <em>Maximilian<\/em> (sp\u00e4ter K\u00f6nig, noch sp\u00e4ter Kaiser Maximilian I.), nach dessen K\u00f6nigswahl unter seinem Sohn <em>Philipp dem Sch\u00f6nen<\/em>. Mit diesem begab die Kapelle 1502 sich auf ihre erste Spanienreise. Im September 1503 ereignete sich ein denkw\u00fcrdiges (und musikalisch sicherlich hochinteressantes) Treffen der Hofkapellen von <em>K\u00f6nig Maximilian<\/em> und <em>Herzog Philipp<\/em> in <em>Augsburg<\/em> und <em>Innsbruck<\/em> \u2013 letzterer Aufenthalt liefert uns den Vorwand, de la Rue in das diesj\u00e4hrige Programm aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende 1505 ging es erneut im Gefolge von Philipp nach Spanien, doch diese Reise, die auf dem Wasser\u00adwege erfolgte, entwickelte sich deutlich abenteuerlicher. Anfang 1506 geriet der Flottenverband in einen Sturm; ein Teil der Schiffe, darunter auch das Schiff der Musiker, wurde bis nach S\u00fcdengland abge\u00adtrie\u00adben. Ende April erreichte man endlich Spanien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Sommer \u00fcber zog man durchs Land, aber dann nahm das Schicksal seinen Lauf \u2013 im Herbst er\u00adkrank\u00adte Philipp und starb. Die Hofkapelle l\u00f6ste sich auf, einige Mitglieder kehrten nach Burgund zu\u00adr\u00fcck, andere, darunter auch de la Rue, blieben und traten der Kapelle von Philipps Witwe <em>Johanna<\/em> (\u201e<em>der Wahn\u00adsinnigen<\/em>\u201c) bei, womit sie finanziell wohl die bessere Wahl getroffen hatten als die R\u00fcckkehrer, denn die Be\u00adzahlung soll besser gewesen sein als in Burgund. Insbesondere de la Rue hatte Gl\u00fcck; er r\u00fcckte nach der Abreise des bisherigen Kapellmeister in dessen Stellung nach \u2013 unter f\u00fcrstlicher Aufstockung des Gehalts, versteht sich. Nach der Entmachtung Johan\u00adnas 1508 wurde die Kapelle aufgel\u00f6st, die bur\u00adgun\u00addischen Mitglieder bekamen die Heimreise bezahlt und kehrten heim.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">De la Rue begab sich schnurstracks wieder an seine alte Wirkungsst\u00e4tte, nach <em>Mecheln<\/em>, um dort die Chan\u00adcen einer Wiedereinstellung in die dortige Kapelle zu pr\u00fcfen. Hier residierte inzwischen als Statt\u00adhalterin Philipps Schwester <em>Margarethe von \u00d6sterreich<\/em>, die von der Aussicht, de la Rue f\u00fcr ihre Kapelle zu gewinnen, h\u00f6chst begeistert war. Sie veranlasste ihren Vater, den Kaiser, ihm eine lukrative Pfr\u00fcnde in Gent zu \u00fcbertragen \u2013 und siehe da, im Mai 1509 tauchte de la Rue wieder auf der Gehaltsliste der Ka\u00adpel\u00adle auf. Er blieb in der Kapelle, hochgesch\u00e4tzt von Margarethe, auch noch nach ihrem \u00dcbergang auf Karl V., nachdem dieser 1515 f\u00fcr vollj\u00e4hrig erkl\u00e4rt worden war. Nach einer Reise durch die Niederlande mit dem jungen neuen Chef ging er aber wohl noch im selben Jahr in den Ruhestand und zog nach <em>Kortrijk<\/em> (heute Belgien, unweit der franz\u00f6sischen Grenze bei Lille). Dort starb er als verm\u00f6gender Mann am 20. November 1518.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Franz Sales<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Franz Sales<\/strong> (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Heiligen und Ordensgr\u00fcnder, da nicht iden\u00adtisch oder verwandt mit diesem und 27 Jahre \u00e4lter) wurde um 1540 in <em>Namur<\/em> (Flandern) geboren. \u00dcber seine Jugend und Ausbildung ist nichts bekannt. 1579 und 1580 bem\u00fchte er sich vergeblich um eine Anstellung an der <em>Stuttgarter<\/em> Hofkapelle. Nach Kurz-Aufenthalten u.a. an der <em>M\u00fcnchner<\/em> Hofkapelle wur\u00adde er noch 1580 am Hof von <em>Erzherzog Ferdinand II<\/em>. in <em>Innsbruck<\/em> angestellt. 1587 erhielt er, ausgestattet mit einem Empfehlungsschreiben des Erzherzogs, eine Anstellung als Kapellmeister am Damenstift von <em>Hall in Tirol<\/em>. Ab 1591 war er in <em>Prag<\/em> an der Hofkapelle unter Leitung von <em>Philippe de Monte<\/em> als Te\u00adnor\u00ads\u00e4nger t\u00e4tig. Diese Stellung behielt er bis zu seinem Tod am 15. Juli 1599.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Franz Sales sind \u00fcberwiegend geistliche Werke (Messen, Motetten, Propriums-Vertonungen) er\u00adhal\u00adten; daneben gibt es eine Ausgabe mit dreistimmigen Canzonetten sowie, soweit ich wei\u00df, ein einziges f\u00fcnfstimmiges Madrigal.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Lambert de Sayve<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Lambert de Sayve<\/strong> wurde um 1549 geboren, sein Name deutet darauf hin, dass er m\u00f6glicherweise aus <em>Saive<\/em> im <em>Hochstift L\u00fcttich<\/em> stammt (heute Ortsteil von <em>Blegny, Belgien<\/em>). Abgesehen von dieser Vermutung ist \u00fcber seine Herkunft und Kindheit nichts bekannt. Bereits in seiner Jugend, m\u00f6glicherweise bereits 1562 (also mit 13 Jahren) wurde er S\u00e4ngerknabe an der kaiserlichen Hofkapelle in Wien, evtl. zun\u00e4chst unter <em>Ferdinand I.<\/em>, dann jedenfalls unter <em>Maximilian II.<\/em>; in den Akten der Hofkapelle taucht er allerdings erst 1568 auf. 1569 wurde er \u201eleihweise\u201c Singmeister am <em>Stift Melk<\/em>, nachdem dieses beim Kaiser einen ent\u00adspre\u00adchenden Bedarf angemeldet hatte. Bereits ein Jahr sp\u00e4ter reiste er mit anderen Mitgliedern der Kapelle nach Spanien, um an der Hochzeit der <em>Erzherzogin Anna Maria von \u00d6sterreich<\/em> (der Tochter von Kaiser Maximilian II, also von de Sayves oberstem Dienstherrn) mit <em>K\u00f6nig Philipp II. von Spanien<\/em>, ihrem Onkel, teilzunehmen. Nach Ende der eineinhalbj\u00e4hrigen Reise kehrte er nach Melk zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Tod Kaiser Maximilians II. 1576 strukturierte sein Nachfolger <em>Rudolf II.<\/em> die Kapelle um; dabei verlor de Sayve seine Stellung, und damit endete auch die \u201eAusleihe\u201c an das Stift Melk. Anfang 1577 wurde er daraufhin an der Kapelle von <em>Erzherzog Karl II.<\/em> in Graz als <em>Praeceptor<\/em> (Musiklehrer der Kapellknaben \u2013 das zweith\u00f6chste Amt in der Kapelle) angestellt. Allzu lange gefiel es ihm aber an\u00adscheinend nicht in Graz, sein erstes Entlassungsgesuch stellte er 1580, allerdings wurde dies abgelehnt. Erst dem zweiten Gesuch, zwei Jahre sp\u00e4ter, wurde stattgegeben. Vermutlich ab 1583 war er Kapell\u00admeister am Hof von <em>Erzherzog<\/em> (und sp\u00e4ter <em>Kaiser<\/em>) <em>Matthias<\/em>. Da anl\u00e4sslich dessen Kaiserkr\u00f6nung 1612 in Frankfurt eine Motette de Sayves aufgef\u00fchrt wurde, ist anzunehmen, dass er bei dem Ereignis an\u00adwe\u00adsend war; dabei k\u00f6nnte er m\u00f6glicherweise <em>Hans Leo Hassler<\/em> \u00fcber den Weg gelaufen sein oder an seinem Krankenbett gestanden haben, der anl\u00e4sslich der Feierlichkeiten ebenfalls angereist war, allerdings dann leider einige Tage vor der Kr\u00f6nung von der Schwindsucht dahingerafft wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im folgenden Jahr, 1613, nahm de Sayve im Gefolge des Kaisers am Reichstag in <em>Regensburg<\/em> teil. Die R\u00fcckreise trat man per Schiff auf der Donau an. Diese Reise ist de Sayve wohl nicht gut bekommen \u2013 in <em>Linz<\/em> machte er im Februar 1614 sein Testament und verstarb kurz danach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lambert de Sayve muss bereits als Jugendlicher ein f\u00e4higer Komponist gewesen sein. In der Sammlung von Werken der \u00f6sterreichischen Hofmusiker, <em>Novus Thesaurus musicus<\/em> von 1568, ist er mit 3 Motetten vertreten. Bei Erscheinen des <em>Novus Thesaurus<\/em> war er 18 oder 19 Jahre alt. Es ist wohl plausibel, an\u00adzunehmen, dass die Arbeiten der Erstellung und Publikation einer so gro\u00dfen Sammlung l\u00e4ngere Zeit in Anspruch nahmen, so dass man davon ausgehen darf, dass de Sayve seine Beitr\u00e4ge mit ungef\u00e4hr 16 Jahren komponiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dfer geistlichen Werken, d.h. Messen und Motetten, hat de Sayve einen Band mit <em>Canzoni alla napolitana<\/em> (1582) und einen mit <em>Teutschen Liedlein<\/em> (1602) herausgebracht; bemerkenswert an dieser Ausgabe ist ein Lied, dessen Strophen er im Wechsel mit <em>Jacob Regnart<\/em> komponiert hat \u2013 es ist also anzunehmen, dass er mit diesem befreundet war (vielleicht auch dessen Sch\u00fcler?). Diese Ausgabe hat <em>Michael Praetorius<\/em>, der sich an verschiedenen Stellen sehr lobend \u00fcber de Sayve ge\u00e4u\u00dfert hat, 1611 als Neuauflage herausgegeben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Ludwig Senfl<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ludwig Senfl<\/strong> wurde 1486 oder etwas sp\u00e4ter in <em>Z\u00fcrich<\/em> oder <em>Basel<\/em> ge\u00adboren. Bereits mit 10 oder 11 Jahren kam er an die Hofkapelle K\u00f6nig (sp\u00e4\u00adter Kaiser) <em>Maximilians I.<\/em>, wo <em>Heinrich Isaac<\/em> sein Lehrer war. 1507 nahm er mit der Hofkapelle am Reichstag in <em>Konstanz<\/em> teil und blieb anschlie\u00dfend mit Isaac dort, um ihm bei der Komposition des <em>Choralis Constantinus<\/em> zu helfen. In den folgenden Jahren, als Isaac immer l\u00e4nger durch Abwesenheit gl\u00e4nzte, \u00fcbernahm Senfl, formell nur Altist, faktisch auch seine Aufgabe als Hof\u00adkomponist. Nachdem Maximilian 1519 ge\u00adstor\u00adben war, l\u00f6ste sein Nachfolger <em>Karl V.<\/em> die Hofkapelle auf, und Senfl sa\u00df mit vielen seiner Kollegen auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1523 wurde er vom bayerischen Herzog <em>Wilhelm IV.<\/em> in <em>M\u00fcnchen<\/em> als Hof\u00adkapellmeister angestellt und brach\u00adte die Kapelle, einen ziemlich zusammengew\u00fcrfelten Musi\u00adkan\u00adten\u00adhau\u00adfen, so auf Vordermann, dass sich 33 Jahre sp\u00e4ter der gro\u00dfe <em>Orlando di Lasso<\/em> von ihrem Renommee nach M\u00fcnchen locken lie\u00df. Senfl blieb Leiter der Hofkapelle bis zu seinem Tod 1543.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl Senfl freundschaftlich mit <em>Luther<\/em> und protestantischen F\u00fcrsten korrespondierte (und von die\u00adsen auch Kompositionsauftr\u00e4ge annahm), ist nicht klar, wie er zur Reformation stand. Wenn er ihr gro\u00ad\u00dfe Sympathien entgegenbrachte, verbarg er dies jedenfalls \u2013 ansonsten h\u00e4tte er wohl im ka\u00adtho\u00adli\u00adschen Bayern einen schweren Stand gehabt.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Alexander Utendal<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alexander Utendal<\/strong> wurde um 1530 geboren, vermutlich in <em>Gent<\/em>. \u00dcber seine Herkunft, Jugend und Aus\u00adbildung ist nichts bekannt. Eigenen Angaben zufolge diente er bereits in jungen Jahren dem Haus Habs\u00adburg, wohl am Hof von <em>Maria von Ungarn<\/em>, Statthalterin der Niederlande und Schwester von Kaiser Karl V. 1564 wurde er als Alt-S\u00e4nger Mitglied der Kapelle von <em>Erzherzog Ferdinand<\/em> in <em>Prag<\/em>. Als dieser 1567 seine Residenz nach <em>Innsbruck<\/em> verlegte, packte nat\u00fcrlich auch die Kapelle ihre Instrumente und No\u00adten zusammen und zog ebenfalls um. Seit 1572 war Utendal <em>Kapellknaben-Praezeptor<\/em>, also Gesangs- und Musiklehrer des Nachwuchses, womit das Amt des Vizekapellmeisters verbunden war. Trotz ge\u00adle\u00adgent\u00adlicher finanzieller Schwierigkeiten lehnte er 1580 das Angebot ab, in <em>Dresden<\/em> in Nachfolge des verstorbenen <em>Antonio Scandello<\/em> Hofkapellmeister zu werden, was eine sicherlich besser dotierte Stellung ge\u00adwesen w\u00e4re. Er starb am 7. Mai 1581.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Werk umfa\u00dft Messen, Motetten (wobei insbesondere seine Bu\u00dfpsalmen besondere Erw\u00e4hnung verdienen \u2013 wir haben sie allerdings leider nicht im Programm) sowie franz\u00f6sische und deutsche Lieder.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Jacobus Vaet<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jacobus Vaet<\/strong> wurde 1529 oder 1530 in <em>Kortrijk<\/em> oder <em>Harelbeke<\/em> (West-Flandern, heute nahe der bel\u00adgisch-franz\u00f6sischen Grenze bei Lille) geboren. Mit 13 Jahren wurde er in die Kantorei der Lieb\u00adfrauenkirche in Kortrijk aufgenommen. Als er ca. 1546 in den Stimmbruch kam, erhielt er ein 3-j\u00e4hriges Stipendium zum Studium an der Universit\u00e4t <em>L\u00f6wen<\/em>. Nach dessen Ablauf wurde er 1549 S\u00e4nger an der Kapelle von <em>Kaiser Karl V.<\/em>, im folgenden Jahr wurde er in den Akten als verheirateter Tenors\u00e4nger ge\u00adf\u00fchrt. Ende 1551 oder Anfang 1552 verlie\u00df Vaet die kaiserliche Hofkapelle und wurde an der Hof\u00adkapelle des Erzherzogs und sp\u00e4teren Kaisers <em>Maximilian<\/em> (II.) angestellt. Diese Anstellung behielt er bis zu seinem Tod. Bereits nach 2 Jahren wurde er Kapellmeister. Ein H\u00f6hepunkt seiner Karriere d\u00fcrfte der Reichstag 1566 gewesen sein, bei dem in <em>Augsburg<\/em> die M\u00fcnchner Hofkapelle unter <em>Orlando di Lasso<\/em>, die Dresdner Hofkapelle unter <em>Antonio Scandello<\/em> und die kaiserliche Hofkapelle unter seiner Leitung zu\u00adsam\u00admentrafen. (Da w\u00e4re man gern dabei gewesen&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht ganz ein Jahr sp\u00e4ter, am 8. Januar 1567, ist Vaet in Wien mit nur 37 Jahren verstorben. Selbst der Kai\u00adser vermerkte in seinem Tagebuch: <em>\u201eDen 8. Januarij ist main capelmaister Jacobus Faet in gott verschiden.\u201c<\/em> Sein Sch\u00fcler und Landsmann <em>Jacob Regnart<\/em> komponierte auf seinen Tod die Trauermotette <em>Defunctum Charites Vaetem<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vaet komponierte neben Messen \u00fcberwiegend Motetten, sowohl geistliche als auch Staatsmotetten. Eine besondere Vorliebe scheint er f\u00fcr Clemens non Papa gehabt zu haben; so komponierte er z.B. eine 6-stimmige Messe \u00fcber eine Motette von Clemens (\u201eEgo flos campi\u201c), und er verfasste auch eine Trauermotette auf Clemens&#8216; Tod (\u201eContinuo lacrimas\u201c).<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Matthias Zaphelius<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Matthias Zaphelius<\/strong> (Zapfelius, Zaphali, Zapfl, Z\u00f6pfl, C\u00e4ppl) wurde vor 1550 in der Steiermark geboren. Er war Kapellknabe am Hof von <em>Kaiser<\/em> <em>Ferdinand I.<\/em> in <em>Wien<\/em>. 1562 kam er in den Stimmbruch und erhielt das an Hofkapellen nicht un\u00fcbliche dreij\u00e4hrige Studien-Stipendium. Um 1567 wurde er S\u00e4n\u00adger, 1572 zus\u00e4tzlich Praeceptor (Musiklehrer) der Kapellknaben an der Kapelle von <em>Erzherzog Karl II<\/em>. in <em>Graz<\/em>. Danach verliert sich seine Spur.<\/p>\n<\/div><\/details>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":101,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_crdt_document":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"h5ap_radio_sources":[],"footnotes":""},"class_list":["post-211","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=211"}],"version-history":[{"count":18,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":357,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/211\/revisions\/357"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/101"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}