{"id":34,"date":"2021-08-18T00:46:44","date_gmt":"2021-08-17T22:46:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/?page_id=34"},"modified":"2021-08-24T21:50:39","modified_gmt":"2021-08-24T19:50:39","slug":"philippe-de-monte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/philippe-de-monte\/","title":{"rendered":"Philippe de Monte"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns has-2-columns has-desktop-twoOne-layout has-tablet-equal-layout has-mobile-collapsedRows-layout has-default-gap has-vertical-unset\" id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-86fef469\"><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-columns-overlay\"><\/div><div class=\"innerblocks-wrap\">\n<div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\" id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-0db90778\">\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\"><strong>Philippe de Monte<\/strong> (auch di Monte, vermutlich einfach eine Latinisierung oder Italisierung des fl\u00e4mischen Namens <em>van den Berg<\/em> o.dgl.) wurde 1521 in Mechelen im heutigen Belgien (zwischen Br\u00fcssel und Antwerpen) geboren. \u00dcber seine Familie ist nichts Genaues bekannt, anscheinend hatte er zwei Geschwister. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt Philippe wohl an der Kathedrale seiner Heimatstadt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 1540 war er in Neapel mehrere Jahre als Musiklehrer t\u00e4tig, unterbrach aber wohl gelegentlich diese T\u00e4tigkeit, um auf Reisen zu gehen. Zwischen 1548 und 1556 gibt es Nachweise eines Philippe de Monte als&nbsp; \u201eUntervikar\u201c (petit vicaire) an der Kathedrale von Cambrai in Nordfrankreich, aber es ist nicht gesichert, dass das unser Mann war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1554 erschien de Montes erstes Madrigalbuch in Rom. Im gleichen Jahr geh\u00f6rte er zur Kapelle von K\u00f6nig Philipp II. von Spanien auf dessen Reise nach England, wo dieser die Tochter von K\u00f6nig Heinrich VIII, Mary Tudor (nebenbei bemerkt, seine Tante zweiten Grades) heiratete. Was de Monte betrifft, so ist an dieser Reise nur bemerkenswert, dass er <em>William Byrd<\/em> kennenlernte und ihm wohl in Freundschaft verbunden blieb; Jahre sp\u00e4ter widmete er ihm seine achtstimmige Motette \u201eSuper flumina Babylonis\u201c. Er verlie\u00df die Hofkapelle Philipps II. schon im folgenden Jahr, 1555, wieder, angeblich weil es ihm zu schaffen machte, dass sie au\u00dfer ihm nur aus Spaniern bestand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">de Monte geno\u00df einen sehr guten Ruf in ganz Italien von Venedig bis Neapel und kam daher, als 1562 in Venedig der gro\u00dfe <em>Adrian Willaert<\/em>, Kapellmeister an San Marco, starb, in die engere Auswahl als Nachfolger. Letztlich wurde er es nicht, vielmehr erhielt <em>Cypriano de Rore<\/em> die Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1567 starb, nur 37-j\u00e4hrig, der Hofkapellmeister von Kaiser Maximilian II., <em>Jacobus Vaet<\/em>, in Wien. Nachdem Verhandlungen um seine Nachfolge mit <em>Giovanni Pierluigi da Palestrina<\/em> u.a. an dessen Gehaltsvorstellungen gescheitert waren, bekam de Monte 1568 die Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fortan ging es ihm gut. Der Kaiser brachte ihm eine gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung entgegen, in Wien mangelte es nicht an vorz\u00fcglichen Musikern, und seine Dienstverpflichtungen erlaubten ihm eine rege Kompositionst\u00e4tigkeit. Ein H\u00f6hepunkt waren die Hochzeitsfeierlichkeiten von Maximilians Bruder Erzherzog Karl II mit Maria Anna von Bayern im Jahr 1571, bei denen die Hofkapellen des Herzogs von Bayern (unter <em>Orlando di Lasso<\/em>), von Karl II (unter <em>Annibale Padovano<\/em>) und Maximilian II (unter de Monte) zusammentrafen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1572 wurde de Monte von Kaiser Maximilian zum Schatzmeister der Kathedrale von Cambrai ernannt, was mit einer Pfr\u00fcnde verbunden war. Leider war das Domkapitel von Cambrai dagegen, und der folgende Rechtsstreit zog sich bis 1578 hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1576 starb Maximilian, und sein Sohn Rudolf II folgte ihm als Kaiser nach. Zu diesem hatte de Monte ein eher gespanntes Verh\u00e4ltnis; ob Rudolf weniger musikbegeistert als sein Vater war oder einfach andere Priorit\u00e4ten setzte oder ob es etwas Pers\u00f6nliches war, ist nicht bekannt. Jedenfalls ersuchte de Monte den Kaiser um seine Entlassung, um sich nach Cambrai zur\u00fcckziehen zu k\u00f6nnen. In einem Brief an Orlando di Lasso beklagt er sich, der Kaiser habe mit Spott reagiert und das Gesuch abgelehnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1580 verlegte Kaiser Rudolf den Hof von Wien nach Prag; nat\u00fcrlich \u00fcbersiedelte auch der immer noch im Dienst befindliche de Monte. In den folgenden Jahren zog er sich wohl allm\u00e4hlich vom allt\u00e4glichen Gesch\u00e4ft der Kapelle zur\u00fcck, pflegte internationale Kontakte musikalischer und anderer Art (er soll als Berichterstatter \u00fcber politische und sonstige Vorg\u00e4nge am Kaiserhof f\u00fcr norditalienische H\u00f6fe t\u00e4tig gewesen sein), litt im Alter an der Gicht und starb am 4.7.1603 in Prag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Lebzeiten geno\u00df Philippe de Monte europaweit hohes Ansehen; seine Werke, um deren Publikation er sich zumindest in der fr\u00fcheren Zeit selbst nicht sonderlich bem\u00fcht haben soll, waren allgegenw\u00e4rtig. Sein Metier war vor allem die \u201eernste\u201c Musik; neben Messen und Motetten vor allem weltliche und auch geistliche Madrigale, bei denen er es \u2013 auch dank seiner akzentfreien Beherrschung der italienischen Sprache \u2013 zu gro\u00dfer Meisterschaft und einem erheblichen Aussto\u00df von weit \u00fcber 1000 gebracht hat. In sp\u00e4teren Jahren geriet er ein wenig in Vergessenheit, wohl auch, weil sein Auftreten nicht, wie man es z.B. Josquin nachsagt, das eines \u201eRockstars\u201c war und es keine Skandale o.dgl. zu kolportieren gab. Auch die Ernsthaftigkeit und formale Strenge seiner Werke spielte m\u00f6glicherweise eine Rolle \u2013 alles hohe Qualit\u00e4t, aber kaum ein revolution\u00e4res oder irgendwie hervorstechendes \u201eHighlight\u201c. M\u00f6ge auch diese Musikwoche dazu beitragen, Philippe de Monte wieder etwas mehr ans Licht zu bringen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column\" id=\"wp-block-themeisle-blocks-advanced-column-1bfa467a\">\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1736\" height=\"1695\" src=\"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/08\/6DE72B29.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-22\" srcset=\"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/08\/6DE72B29.jpg 1736w, http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/08\/6DE72B29-300x293.jpg 300w, http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/08\/6DE72B29-1024x1000.jpg 1024w, http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/13\/2021\/08\/6DE72B29-768x750.jpg 768w, 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href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Magnificat_octavi_toni.pdf\">Magnificat octavi toni<\/a><\/li><li>Super flumina Babylonis<ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Super_flumina_Babylonis.pdf\">Partitur<\/a><\/li><\/ul><ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Einzelstimmen\/Super_flumina_Babylonis-Einzelstimmen.pdf\">Einzelstimmen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/philippe-de-monte\/super-flumina-babylonis\/\">\u00dcbersetzung<\/a><\/li><\/ul><\/li><li>Non veggio ove scampar<ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Non_veggio.pdf\">Partitur<\/a><\/li><\/ul><ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Einzelstimmen\/Non_veggio-Einzelstimmen.pdf\">Einzelstimmen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/philippe-de-monte\/non-veggio\/\">\u00dcbersetzung<\/a><\/li><\/ul><\/li><li>Creduto avria che fosse statua finta<ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Creduto_avria_che_fosse_statua_finta.pdf\">Partitur<\/a><\/li><\/ul><ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Einzelstimmen\/Creduto_avria_che_fosse_statua_finta-Einzelstimmen.pdf\">Einzelstimmen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/philippe-de-monte\/creduto-avria-che-fosse-statua-finta\/\">\u00dcbersetzung<\/a><\/li><\/ul><\/li><li>Ogni mio ben crudel<ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Ogni_mio_ben_crudel.pdf\">Partitur<\/a><\/li><\/ul><ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Einzelstimmen\/Ogni_mio_ben_crudel-Einzelstimmen.pdf\">Einzelstimmen<\/a><\/li><\/ul><\/li><li>Per divina bellezza<ul><li><a 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href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/philippe-de-monte\/i-begli-occhi\/\">\u00dcbersetzung<\/a><\/li><\/ul><\/li><li>Susanne un jour<ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Susann_un_jour.pdf\">Partitur<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/philippe-de-monte\/susanne-un-jour\/\">\u00dcbersetzung<\/a><\/li><\/ul><\/li><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Io_son_si_vago_de_li_miei_sospiri.pdf\">Io son si vago de li miei sospiri<\/a><\/li><li>Zephiro torna<ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Zephiro_torna.pdf\">Partitur<\/a><\/li><\/ul><ul><li><a href=\"https:\/\/glueckskaese.de\/noten\/Seitenstetten_21\/Monte\/Einzelstimmen\/Zephiro_torna-Einzelstimmen.pdf\">Einzelstimmen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/philippe-de-monte\/zefiro-torna\/\">\u00dcbersetzung<\/a><\/li><\/ul><\/li><\/ul>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_crdt_document":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"h5ap_radio_sources":[],"footnotes":""},"class_list":["post-34","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/34","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34"}],"version-history":[{"count":13,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/34\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":154,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/34\/revisions\/154"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/seitenstetten-2021\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}