{"id":86,"date":"2016-06-07T23:42:32","date_gmt":"2016-06-07T21:42:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/?page_id=86"},"modified":"2018-08-15T23:22:35","modified_gmt":"2018-08-15T21:22:35","slug":"zink","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/instrumentenfamilien\/instrumente-mit-kesselmundstueck\/zink\/","title":{"rendered":"Zink"},"content":{"rendered":"<table style=\"border-color: white; width: 100%;\">\n<colgroup>\n<col width=\"\" \/>\n<col width=\"\" \/>\n<col width=\"400px\" \/> <\/colgroup>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<\/td>\n<td style=\"text-align: right;\"><iframe src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/8r4GM_VGVZ8\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<i><strong>Zink, Barockvioline, Barockgitarre, Theorbe und Hackbrett<\/strong><br \/>Maurizio Cazzati, Ciaccona<br \/>Ausf\u00fchrende: Doron Sherwin, L&#8217;Arpeggiata<\/i>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3>Der Zink \u2013 die Trompete des B\u00fcrgers<\/h3>\n<figure id=\"attachment_1223\" aria-describedby=\"caption-attachment-1223\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/zinken_virdung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/zinken_virdung-300x117.jpg\" alt=\"Zinken, Musica getutscht und au\u00dfgezogen, Sebastian Virdung, 1511.\" width=\"300\" height=\"117\" class=\"size-medium wp-image-1223\" srcset=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/zinken_virdung-300x117.jpg 300w, http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/zinken_virdung.jpg 675w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1223\" class=\"wp-caption-text\">Zinken, Musica getutscht und au\u00dfgezogen, Sebastian Virdung, 1511.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Zink ist ein Zwischending aus Trompete und Schalmei: Er besteht i.d.R. aus Holz (selten aus Elfenbein), hat eine konische Bohrung und 6 Griffl\u00f6cher (nur der Tenorzink hat 7) auf der Vorderseite und ein Daumenloch, ist insofern also einer Schalmei nicht un\u00e4hnlich. Allerdings wird er geblasen wie eine Trompete und z\u00e4hlt deshalb, Holz hin, Elfenbein her, zu den <strong>Blechblasinstrumenten<\/strong>. Nach der \u00e4u\u00dferen Form werden der <strong>krumme<\/strong> und der <strong>gerade Zink<\/strong> unterschieden. Letzterer wird weiter unterteilt in den \u201enormalen\u201c geraden Zink mit separatem Mundst\u00fcck und den sog. <strong>stillen Zink<\/strong>, bei dem das Mundst\u00fcck direkt am oberen Ende angedrechselt ist. Dadurch ist er leiser \u2013 vielleicht aufgrund des im Vergleich zu Elfenbein, Metall, Horn oder Hartholz des separaten Zinkmundst\u00fccks weicheren Materials.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1221\" aria-describedby=\"caption-attachment-1221\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/tierhorn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/tierhorn-300x100.jpg\" alt=\"Grifflochhorn, 10. Jhdt., V\u00e4sterby (Schweden).\" width=\"300\" height=\"100\" class=\"size-medium wp-image-1221\" srcset=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/tierhorn-300x100.jpg 300w, http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/tierhorn-768x255.jpg 768w, http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/tierhorn.jpg 847w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1221\" class=\"wp-caption-text\">Grifflochhorn, 10. Jhdt., V\u00e4sterby<br \/>(Schweden).<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zu den Vorfahren des Zinks d\u00fcrften <strong>Tierh\u00f6rner mit Griffl\u00f6chern<\/strong> geh\u00f6ren, die seit dem 10. Jahrhundert in Europa nachgewiesen sind. Dieser Herkunft verdankt der krumme Zink wohl auch seine Form. Aber welchen Weg die Entwicklung vom Griffloch-Horn zum Zink genommen hat, ist nicht bekannt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_823\" aria-describedby=\"caption-attachment-823\" style=\"width: 282px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/07\/tb_zink_horntost.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/07\/tb_zink_horntost-282x300.jpg\" alt=\"Singender Zinkspieler, Gerard van Honthorst, 1623.\" width=\"282\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-823\" srcset=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/07\/tb_zink_horntost-282x300.jpg 282w, http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/07\/tb_zink_horntost.jpg 542w\" sizes=\"auto, (max-width: 282px) 100vw, 282px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-823\" class=\"wp-caption-text\">Singender Zinkspieler, Gerard van Honthorst, 1623.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gibt es in Italien erste Zeugnisse f\u00fcr die Ausf\u00fchrung von Musik mit Zinken und Posaunen. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde der Zink zu einem der popul\u00e4rsten Instrumente. Hierzu trug bei, dass sein <strong>Klang<\/strong> als <strong>der menschlichen Singstimme sehr \u00e4hnlich<\/strong> empfunden wurde, deren Imitation als besonders erstrebenswert galt. Au\u00dferdem bot der Zink zu Zeiten, in denen die Trompete ausschlie\u00dflich bei Hofe gespielt werden durfte, ein klangliches Gegenst\u00fcck f\u00fcr das B\u00fcrgertum, das mit keinem Verbot belegt war. Der <strong>H\u00f6hepunkt seiner Bedeutung<\/strong> als Virtuosen-Instrument, gleichwertig mit der Violine, d\u00fcrfte in der <strong>ersten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts<\/strong> liegen; dann begann, wiederum zuerst in Italien, sein allm\u00e4hlicher Niedergang \u2013 allerdings blieb er, zumal in Mittel- und Norddeutschland, noch bis ins 18. Jahrhundert u.a. in der Chorbegleitung und als Stadtpfeiferinstrument beim Turmblasen im Gebrauch. Aber auch bei der Wiener Hofkapelle geh\u00f6rte der Zink bis ins sp\u00e4te 18. Jahrhundert zur festen Besetzung und wurde z.B. in Chr. W. Glucks Oper <strong>Orfeo ed Euridice<\/strong> eingesetzt. Um 1890 versuchte der belgische Instrumentenbauer Victor Mahillon die Neukonstruktion eines geraden Zinken, wohl wiederum zum Einsatz in derselben Oper. Aber es blieb bei diesem Einzelst\u00fcck. Erst zaghaft nach dem 1. Weltkrieg und st\u00e4rker dann ab den 1950er Jahren erwachte im Zuge der Wiederentdeckung der Musik der Renaissance und des Fr\u00fchbarocks auch der Zink zu neuem Leben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1225\" aria-describedby=\"caption-attachment-1225\" style=\"width: 212px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/Zinken_Posaunen_Syntagma-musicum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/Zinken_Posaunen_Syntagma-musicum-212x300.jpg\" alt=\"Zinken und Posaunen, Michael Praetorius, Syntagma musicum, 1619.\" width=\"212\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-1225\" srcset=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/Zinken_Posaunen_Syntagma-musicum-212x300.jpg 212w, http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/Zinken_Posaunen_Syntagma-musicum-768x1088.jpg 768w, http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/Zinken_Posaunen_Syntagma-musicum-723x1024.jpg 723w, http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/Zinken_Posaunen_Syntagma-musicum-1016x1440.jpg 1016w, http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/06\/Zinken_Posaunen_Syntagma-musicum.jpg 1499w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1225\" class=\"wp-caption-text\">Zinken und Posaunen, Michael Praetorius,<br \/>Syntagma musicum, 1619.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie auch viele andere Instrumente wurde der Zink in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen gebaut; bei weitem am verbreitetsten war der \u201e<strong>Chorzink<\/strong>\u201c in Diskantlage; dann gab es einen kleineren, eine Quarte h\u00f6her stehenden, der folgerichtig <strong>Quart-Zink<\/strong> oder Cornettino genannt wurde. Ein recht imposant aussehendes Instrument ist der s-f\u00f6rmig gebogene <strong>Tenorzink<\/strong>, der aber klanglich weniger befriedigte; Praetorius wird recht deutlich: \u201eAber weil der Resonantz gar unlieblich und hornhafftig, so halt ich mehr darvon, das man eine Posaun an dessen stad gebrauche.\u201c<\/p>\n<p>Der Zink ist <strong>schwierig<\/strong> zu spielen: Zum einen erfordert der Ansatz erhebliches Training, auf Grund des sehr engen Mundst\u00fccks ist die Anblastechnik selbst f\u00fcr ge\u00fcbte Trompeter eine Herausforderung; zum anderen hat das Instrument einen sehr gro\u00dfen \u201eZiehbereich\u201c, d.h. jeder gegriffene Ton kann, abh\u00e4ngig von Lippenspannung und Anblasdruck, deutlich h\u00f6her oder tiefer ausfallen als beabsichtigt. In fr\u00fcheren Zeiten war der Zink ein ausschlie\u00dfliches Profi-Instrument; auch heute d\u00fcrfte die Zahl der Amateure, die ihm wirklich befriedigende Kl\u00e4nge zu entlocken in der Lage sind, recht \u00fcberschaubar sein.<\/p>\n<h3>Wie wird der krumme Zink krumm?<\/h3>\n<p>So, wie es beim Krummhorn \u00fcblich ist, also erst bohren und dann krummbiegen, funktioniert es beim Zink nicht: Die Wandst\u00e4rke ist zu gering, das Werkst\u00fcck w\u00fcrde brechen. Man geht einen anderen Weg: Die obere und die untere H\u00e4lfte werden separat geschnitzt und aufeinandergeleimt. Meist wird schlie\u00dflich das Ganze mit Pergament oder Leder \u00fcberzogen, damit die Klebefuge wirklich luftdicht ist.<\/p>\n<table style=\"border-color: white;\" width=\"100%\">\n<colgroup>\n<col width=\"33%\">\n<col width=\"33%\">\n<col width=\"33%\"> <\/colgroup>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\"><\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">^<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/instrumente-mit-kesselmundstueck\/\">Instrumente mit Kesselmundst\u00fcck<\/a><\/td>\n<td style=\"text-align: right;\">&gt;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/instrumentenfamilien\/instrumente-mit-kesselmundstueck\/serpent\/\">Serpent<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hintergrundinformationen zum Zink<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1186,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_crdt_document":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"h5ap_radio_sources":[],"footnotes":""},"class_list":["post-86","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/86","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86"}],"version-history":[{"count":11,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/86\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1665,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/86\/revisions\/1665"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1186"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}