{"id":292,"date":"2016-06-30T23:27:55","date_gmt":"2016-06-30T21:27:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/?page_id=292"},"modified":"2018-08-15T23:22:53","modified_gmt":"2018-08-15T21:22:53","slug":"martin-agricola","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/unsere-informanten\/martin-agricola\/","title":{"rendered":"Martin Agricola (1486 \u2013 1556)"},"content":{"rendered":"<p>Agricola wurde, vermutlich am 6. Januar 1486, in Schwiebus (Neumark, heute \u015awiebodzin in Polen) geboren; sein eigentlicher Name war Martin Sohr oder Sore. Er war Sohn eines beg\u00fcterten Bauern und genoss eine Schulausbildung. Sein Pseudonym Agricola (lateinisch: Bauer) ist ein Hinweis auf seine b\u00e4uerliche Herkunft. Nach der Schule arbeitete er eine Zeitlang auf dem elterlichen Hof, ab 1510 reiste er durch Ostdeutschland (Stationen der Reise sind unbekannt). In dieser Zeit eignete er sich autodidaktisch ein umfangreiches musikalisches Wissen an. 1519 lie\u00df er sich als Musiklehrer in Magdeburg nieder. Nach Einf\u00fchrung der lutherischen Reformation, deren Anh\u00e4nger er war, wurde er 1524 Kantor an der Magdeburger Lateinschule, 1527 Erster Kantor von Magdeburg. Diese Stellung behielt er wohl bis zu seinem Tod am 10. Juni 1556.<\/p>\n<figure id=\"attachment_597\" aria-describedby=\"caption-attachment-597\" style=\"width: 202px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/07\/agricola-titelblatt2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-597\" src=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/07\/agricola-titelblatt2-202x300.jpg\" alt=\"Titelblatt Agricola, Musica Instrumentalis deudsch\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/07\/agricola-titelblatt2-202x300.jpg 202w, http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2016\/07\/agricola-titelblatt2.jpg 691w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-597\" class=\"wp-caption-text\">Martin Agricola: Musica instrumentalis deudsch, 1529. Titelblatt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Agricola war sehr darum bem\u00fcht, der neuen lutherischen Reformationsbewegung eine eigene Kirchenmusik zu geben, und komponierte Kirchenlieder, Hymnen und Motetten; ein gro\u00dfer Teil seiner nicht im Druck erschienenen Kompositionen ist bei der praktisch v\u00f6lligen Zerst\u00f6rung Magdeburgs im 30-j\u00e4hrigen Krieg verlorengegangen. Daneben verfasste Agricola mehrere wichtige musiktheoretische Werke, darunter die drei deutschsprachigen Lehrwerke <i>Musica Instrumentalis Deudsch<\/i> (1. Aufl. 1529), <i>Musica Figuralis Deudsch<\/i> (1532) und <i>Musica Choralis Deudsch<\/i> (1533), von denen uns hier besonders das erste interessiert. Es handelt sich, wie der Titel schon andeutet, um ein Lehrbuch des instrumentalen Musizierens, vor allem der Instrumenten- und Notationskunde. Agricola greift bei der Instrumentenkunde auf die Systematik in Sebastian Virdungs <i>Musica getutscht und au\u00dfgezogen<\/i> (Basel 1511) zur\u00fcck, ver\u00e4ndert sie allerdings ein wenig. Auch ein Teil der Abbildungen von Instrumenten ist aus Virdungs Werk kopiert. Im notationskundlichen Teil wird u.a. beschrieben, wie man eine Lautentabulatur (Notationssystem, in dem nicht \u2013 wie in der normalen Notenschrift \u2013 die Tonh\u00f6he verzeichnet wird, sondern die Griffe auf der Laute) liest und herstellt; schlie\u00dflich wird erkl\u00e4rt, wie man Saiteninstrumente stimmt. Damit es angenehmer zu lesen und leichter zu merken sei, hat Agricola das gesamte Buch (abgesehen von den Vorworten) in Reimen abgefasst.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu <i>Musica getuscht und au\u00dfgezogen <\/i>etwas umfangreicher und teilweise andere Aspekte behandelnd, ist die <i>Musica Instrumentalis Deudsch<\/i> eine unsch\u00e4tzbare Quelle zur Instrumentenkunde und Auff\u00fchrungspraxis der Musik der Reformationszeit.<\/p>\n<table style=\"border-color: white;\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">&lt;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/sebastian-virdung\/\">Sebastian Virdung<\/a><\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">^<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/unsere-informanten\/\">Unsere Informanten<\/a><\/td>\n<td style=\"text-align: right;\">&gt;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cronopio.de\/instrumentenausstellung\/michael-praetorius\/\">Michael Praetorius<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Agricola wurde, vermutlich am 6. 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